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Oberding ist Vorreiter im Gewässerschutz

Kategorie: Allgemeines Veröffentlicht: 07. August 2020

Einweihung der zentralen Befüllstation mit Phytobac-System

Sauberes Wasser ist eines unserer höchsten Güter und jede Verunreinigung muss vermieden werden. Damit in Zukunft beim Befüllen und Reinigen von Pflanzenschutzgeräten keinesfalls mehr Reste von Spritzflüssigkeit ins Grundwasser gelangen können, beschloss die Gemeinde Oberding die Errichtung von zwei zentralen Befüllungsanlagen, je eine in Niederding und eine in Oberding. Fünf Jahre hat es von der Idee bis zur Fertigstellung gedauert, geeignete Standorte mussten gefunden und Pläne erstellt werden, zahlreiche Richtlinien und Vorschriften waren zu befolgen, die Finanzierung musste stehen. Am 5. August war es dann endlich so weit und im Rahmen einer Feierstunde wurde die Anlage in Oberding in Anwesenheit vieler Ehrengäste offiziell in Betrieb genommen. Dass das Projekt einzigartig in Bayern ist war sogar dem Bayerischen Fernsehen einen Besuch in Oberding wert.befuellstation5

Zentrale Pflanzenschutz-Befüllstation in der Halle

In einer Holzhalle mit zwei Einfahrmöglichkeiten können die Pflanzenschutzgeräte befüllt und gereinigt werden. Dies geht mit Hilfe einer ausgeklügelten Vorrichtung, mit der über einen „Galgen“ ein Schlauchrohr direkt auf den Behälter aufgesetzt werden kann. Befüllung und Reinigung sind computergesteuert und können deshalb punktgenau dosiert werden.

Das kontaminierte Reinigungswasser wird aufgefangen und in einem Pufferbehälter gesammelt. Von dort aus wird es über Behältern verrieselt, die mit einem Stroh-Erde-Substrat befüllt und nach unten mehrfach abgedichtet sind. In der Erde vorhandene natürliche Mikroorganismen bauen das Pflanzenschutzmittel biologisch ab, das Wasser verdunstet. 

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Mikrobiologischer Abbau der Rückstände durch das Phytobac-System

Mit dem LEADER-Programm unterstützt das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ländliche Regionen nach dem Motto „Bürger gestalten ihre Heimat“. Förderungswürdige Projekte müssen in lokalen Aktionsgruppen verortet und innovativ sein und betroffene Bürger sollen eingebunden werden. Diese Forderungen werden in Oberding in hohem Maß erfüllt. Die lokale Aktionsgruppe LAG Mittlere Isarregion unterstützt das Projekt, es handelt sich um eine innovative Form des Gewässerschutzes und 36 Landwirte haben sich bereits der Aktion angeschlossen. Da damit alle drei Entwicklungsziele erfüllt sind, wurde vom Ministerium sogar ein erhöhter Fördersatz von rund 299.000 Euro in Aussicht gestellt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf ca. 340.000 Euro pro Anlage, reduziert um den zugesicherten Förderbetrag wird der Rest zu 52 Prozent von der Gemeinde und zu 48 Prozent von den angeschlossenen Landwirten finanziert.

Viele Dankesworte wurden an diesem Abend ausgesprochen. Landrat Martin Bayerstorfer zeigte sich sehr beeindruckt und stellte fest: „Oberding übernimmt wieder einmal eine Vorreiterrolle.“. Für ihn ist die neue Pflanzenschutz-Befüllstation ein Beispiel, „dass Landwirtschaft und Umweltverträglichkeit gut zusammenpassen.“

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Offizielle Inbetriebnahme der Anlage durch Landrat Martin Bayerstorfer unter Anleitung von Anton Nußrainer

Kreisobmann Jakob Mayer findet es wichtig, dass so viele Landwirte mitgemacht und zusammengeholfen haben. Der Freisinger Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher, Vorsitzender der LAG Mittlere Isarregion, sieht die Anlage gar als „Leuchtturmprojekt“ und findet, dass sich damit ein anderes Bild von der Landwirtschaft entwickeln kann, nämlich wie bewusst die Landwirte mit dem Naturschutz umgehen.

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v.li: Frau Stiglmaier (LEADER-Förderung), Tobias Eschenbacher (1. Bgm Freising und Vors. LAG Mittlere Isarregion), Anton Nußrainer (2. Bgm Oberding) und Landrat Martin Bayerstorfer

Bürgermeister Bernhard Mücke bedankte sich u.a. beim Oberdinger Gemeinderat, der einstimmig beschlossen hatte, das Ganze zu unterstützen.

Angekurbelt hatte das Vorhaben „Zentrale Pflanzenschutz-Befüllstation mit Phytobac-System“ vor fünf Jahren der 2. Bürgermeister Anton Nußrainer und er war, wie Bernhard Mücke es nannte „Vater und Mutter des Projekts“, denn, so der Gemeinde-Chef, „ohne seinen Einsatz wäre es nicht möglich gewesen.“ Ihm gebührte deshalb neben großem Lob auch das letzte Wort bei dieser kleinen Feierstunde. Er berichtete ausführlich über die Historie von der Idee bis zur Verwirklichung und informierte über Details von Funktion und Finanzierung. Sein ganz persönlicher Dank galt allen, die mitgeholfen hatten, ob bei der Organisation, durch finanzielle Hilfe, mit Entscheidungen oder ganz praktisch beim Auf- und Ausbau der Anlage.

Viel Energie und Zeit und auch zahlreiche Urlaubstage hat Anton Nußrainer in das Ganze gesteckt und so gab es für ihn am Schluss außer viel Beifall auch noch ein Geschenk, überreicht von Ortssprecher Jakob Gerbl, der davon überzeugt ist, „ohne den Toni würde das Projekt nicht stehen!“

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„Ohne den Toni wär’s nichts geworden“ finden (v.li) Jakob Gerbl (Ortssprecher Oberding) und Jakob Maier (Kreisobmann)

Einweihung und Inbetriebnahme der Anlage waren ohne Frage ein Grund zum Feiern. Und so schloss sich dem offiziellen Teil ein Grillfest in gemütlicher Runde – jedoch mit dem gebotenen Abstand - an.

Für Sie berichtete Maria Schultz

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