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Impfung - ein Licht am Horizont

Kategorie: Allgemeines Veröffentlicht: 28. Januar 2021

Strikte Regeln im Seniorenheim Pflegestern in Oberding

Bewohnerinnen, Bewohner und Pflegepersonal von Seniorenheimen sind in der Corona-Pandemie besonders gefährdet und deshalb sind umfangreiche Vorsichtsmaßnahmen nötig, um sie vor einer Ansteckung zu schützen.

In einem Gespräch informiert Silke Stauber, seit vier Jahren Einrichtungsleiterin im Seniorenheim Pflegestern in Oberding, über die aktuelle Situation während des zweiten Lockdowns.

Frau Stauber, wie sind derzeit bei Ihnen die Hygiene-Vorschriften?

Früher konnte jeder unbeschwert hier ins Haus kommen, seit dem 13. März 2020 sind alle Türen nach draußen geschlossen. Wir arbeiten strikt nach Vorschrift. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden dreimal pro Woche getestet, das wird ganz rigoros durchgeführt.

Jeder, der ins Haus kommt, egal aus welchem Grund, muss entweder ein negatives PCR-Testergebnis vorweisen, das nicht älter als 48 Stunden ist oder wird hier getestet. Bewohnerinnen und Bewohner testen wir allerdings nur im Verdachtsfall.

Wie werden die strikten Regeln von den Angehörigen akzeptiert?

Beim ersten Lockdown war das noch nicht so ganz der Fall, aber jetzt erleben wir sowohl bei den Bewohnern als auch bei den Angehörigen totales Verständnis und alles funktioniert sehr gut. Wenn wir bei jemand einen Schnelltest durchführen, muss die entsprechende Person 15 Minuten in unserer Kapelle auf das Ergebnis warten. Interessant ist, dass dabei auch manchmal Angehörige miteinander ins Gespräch kommen, die sich sonst nicht begegnen.

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Ein „offenes Haus“ hat Silke Stauber, Einrichtungsleiterin im Seniorenheim Pflegestern Oberding, derzeit nur beim Blick auf die Tapete in ihrem Büro.

Ein Blick zurück: Wie haben Sie hier im Heim Weihnachten gefeiert?

Wir hatten kleine Feiern, getrennt nach Wohnbereichen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich sehr bemüht, dass alles stimmungsvoll und gemütlich war. Es war zwar für alle mit vielen Einschränkungen verbunden, aber es wurde von allen Seiten akzeptiert, dass z.B. niemand nach Hause geholt werden durfte. Viele Angehörige haben ihre Geschenke schon in den Tagen vor Weihnachten vorbeigebracht und auch von uns gab es kleine Geschenke. Vom Landratsamt bekamen wir sogar genau rechtzeitig zu Weihnachten ausreichend viele Masken für die Bewohner.

Was ist an der aktuellen Situation für Sie besonders belastend?

Große Sorgen mache ich mir um unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die kommen allmählich an ihre Grenzen. Nicht wegen der Arbeit, sondern psychisch. Vor allem die Angst ist ein ständiger Begleiter. Die meisten sind nicht nur im Beruf, sondern auch im privaten Bereich sehr eingeschränkt, es gibt kein anderes Thema mehr als Corona. Urlaub nehmen bringt nichts, so einige Mitarbeiter, wo sollen sie auch hinfahren. Auch ein geselliges Miteinander im Team ist nicht mehr möglich. Wir hatten z.B. jedes Jahr eine Weihnachtsfeier für das Personal, die hat uns allen sehr gefehlt. Positiv ist allerdings, dass der Zusammenhalt bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr groß ist.

Was würde Ihnen helfen?

Wir warten sehnlichst darauf, dass es endlich mit der Impfung hier im Haus losgeht. Das würde viel Druck von uns allen nehmen!

Wie steht es mit der Impfbereitschaft hier im Haus?

Die ist enorm groß. Vom Personal wollen etwa 80 Prozent geimpft werden, von den 40 Bewohnern lehnt nur ein einziger die Impfung ab.

Sehen Sie in dieser schwierigen Zeit auch etwas Positives?

Ja, zum Glück! Wir werden vom Landratsamt und vom Unternehmen bestens mit Masken und Schnelltests versorgt. Die Geschäftsleitung steht voll hinter uns.

Das Wichtigste ist jedoch, dass wir bis jetzt noch keinen einzigen Corona-Fall hatten! (klopft dreimal auf Holz) Unseren Bewohnerinnen und Bewohnern geht es gut, sie telefonieren, lesen Zeitung oder treffen sich in kleinen Gruppen. Nicht nur der Kontakt zwischen Bewohnern und Mitarbeitern wurde intensiver, sondern Einzelne werden auf einmal viel mehr in die Gemeinschaft integriert.

Wie sehen Sie die Lage im Pflegeheim ganz allgemein?

Unsere Bewohnerinnen und Bewohner sind gut drauf. Wir vom Personal versuchen uns gegenseitig aufzubauen. Unsere Devise ist: „Wir halten durch!“

Zum Schluss noch etwas, das mir sehr am Herzen liegt: Ich möchte mich bei den Mitarbeitern, Bewohnern und Angehörigen sehr herzlich für ihr Engagement, ihr Vertrauen, ihr Verständnis und für ihr Durchhaltevermögen bedanken!

Das Gespräch mit Silke Stauber führte Maria Schultz.

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