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Sieben Jahre ohne Trauschein

Kategorie: Allgemeines Veröffentlicht: 03. Februar 2021

Der Hungerbaum steht, bis die Hochzeitsglocken läuten.

Fährt man von Notzing in Richtung Hallbergmoos, fällt einem kurz nach dem Ortsausgang Notzing auf der linken Seite ein eigenartiges Gebilde ins Auge, über das sich sicher so mancher schon gewundert hat. Des Rätsels Lösung: Ein Hungerbaum!

Es ist ein relativ junger Brauch, dass Paaren, die mindestens seit sieben Jahren zusammen, jedoch noch nicht verheiratet sind, ein Baum in den Garten gepflanzt wird, krumm und reichlich behängt mit alten Haushaltsgegenständen und anderem Krempel.

Natürlich ist damit auch eine Verpflichtung verbunden. Wird der Baum aufgestellt, ist das Anlass für ein Fest, das von der „Hungerbaum-Gesellschaft“ finanziert wird. In den folgenden Jahren ist es dann Aufgabe des Paares, an jedem Jahrestag die Gesellschaft mit Speis und Trank zu bewirten. Am Hungerbaum sollte in einem kleinen Kasten außerdem immer ein Schnaps parat sein. Die Pflicht endet erst, wenn die Hochzeitsglocken läuten.

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Ein „Hungerbaum“ für Kathrin Lanzinger und Michael Kattner, die seit sieben Jahren ein Paar sind. 

Den Hungerbaum in Notzing stellten die Freunde von Michael Kattner und Kathrin Lanzinger auf. Bei einer Beach-Party in Walpertskirchen haben sich die beiden kennen gelernt, ein Paar sind sie seit dem 11. Dezember 2013, wie Gemeinderat Michael Kattner verrät. Ihren Betrieb für Eierhandel und Gemüsebau in Notzing haben sie gemeinsam aufgebaut, aber noch wohnt sie in Walpertskirchen und er in Niederding. Der Hausbau ist geplant und geheiratet werden soll auch „in den nächsten Jahren“.

Auf der Wiese in Notzing steht derzeit allerdings nur ein „vorläufiger“ Hungerbaum, der richtige folgt, wenn die Aufstellungsfeier stattfindet, die wegen Corona verschoben werden musste. Aber: aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Das sagt deutlich die Aufschrift, die die Freunde der beiden auf das Schild gemalt haben: „Ihr kemmt’s uns ned aus!“

Für Sie berichtete Maria Schultz. Foto: OKU

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