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Neue Kartoffeln – ein Frühjahrsgenuss

Kategorie: Allgemeines Veröffentlicht: 15. April 2021

Vorkeimhaus Notzing ermöglicht frühere Ernte

Kartoffelsalat, Bratkartoffeln, Pellkartoffeln mit Butter – ein Genuss, insbesondere aus den ersten Frühkartoffeln!

Während in der Region die Kartoffeln früher vor allem an die vielen Brennereien geliefert wurden, die jetzt nicht mehr existieren, haben sich die Notzinger seit jeher auf Speisekartoffeln beschränkt. Um ihre Kartoffeln möglichst früh auf den Markt bringen zu können, haben sich im Jahr 1960 fünfzehn Notzinger Bauern zu einer Genossenschaft zusammengetan und gemeinsam ein Vorkeimhaus finanziert, das auch heute noch von acht Bauern genutzt wird.

Von der Vorderseite sieht das Vorkeimhaus eher einer Scheune ähnlich. Öffnet man jedoch die Tür und geht hinein, steht man in einem Glashaus, das mit einer Elektroheizung mit Thermostatregelung ausgestattet ist, blitzblank gefegt und angefüllt mit Kisten, die bis fast zur Decke hoch gestapelt sind.

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Hier wird hochgestapelt! Kartoffelkisten, aufgetürmt bis unter die Decke, werden im Vorkeimhaus Notzing im Winter mit Saatkartoffeln zum Vorkeimen gefüllt: Andreas Wachinger (li) und Georg Ippisch (re)

Ab November werden dort die Saatkartoffeln frostfrei bei ca. 5 bis 6 Grad gelagert. Ab Mitte Februar werden sie vorgekeimt und anschließend abgehärtet, ehe sie Ende März/Anfang April – je nach Wetterlage - dann in die Erde kommen. Zu diesem Zeitpunkt haben sie bereits 1 bis 2 cm lange Triebe. „Naja,“ mag sich da mancher denken, das haben meine Kartoffeln im Keller auch oft.“ Aber da die Saatkartoffeln im Vorkeimhaus nicht nur Wärme, sondern auch Licht abbekommen, werden die Triebe grün, „die sind stabiler und brechen nicht so leicht ab wie die weißen, die im Dunkeln wachsen“ erklärt Georg Ippisch, der das Vorkeimhaus betreut und die organisatorische Abwicklung übernommen hat.

Damit das Ganze gerecht abläuft, gibt es genaue Regeln. Jeder Anteileigner hat einen angezeichneten und nummerierten Bereich, auf dem er seine Kartoffelkisten aufstellt, jede Kiste ist mit dem Namen des Besitzers versehen und fasst etwa 14 kg.

Durch das Vorkeimen und die anschließende Abdeckung auf dem Feld mit Vlies werden die Kartoffeln rund vier Wochen früher erntereif, ein willkommener Vorsprung für die Bauern, die die Kartoffeln vorrangig für die Direktvermarkung anbauen.

Dass das Notzinger Kartoffel-Vorkeimhaus einzigartig in der Region ist, wissen Georg Ippisch und sein Nachbar Andreas Wachinger. Sie vermuten sogar, „das gibt es in ganz Bayern kein zweites Mal!“

Für Sie berichtete Maria Schultz.

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