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Ortsversammlungen in Notzingermoos und Aufkirchen

Kategorie: Allgemeines Veröffentlicht: 15. August 2021

Abschied von den beiden Ortssprechern Adolf Gaisbauer (Notzingermoos) und Anton Huber (Aufkirchen)

Ehe es um die jeweils ortsbedingten Themen ging, informierte Bürgermeister Bernhard Mücke über die allgemeine Situation der Gemeinde Oberding. Das hörte sich in diesem Jahr nicht so positiv an wie sonst, denn der Gemeindechef musste berichten, dass sich bei den Finanzen entscheidende Veränderungen ergeben hatten. „Die goldenen Zeiten sind für die nächsten Jahre passé“ so Bernhard Mücke, „2022/2023 wird spannend werden.“ Bedingt durch die Pandemie sind die Gewerbesteuereinnahmen drastisch zurückgegangen. Waren es vor zwei Jahren noch rund 30 Millionen Euro, so sind im diesjährigen Haushaltsansatz nur noch 7 Millionen Gewerbesteuer angegeben. Dank der Ausgleichszahlungen durch den Bund konnte das Defizit im Jahr 2020 zwar noch aufgefangen werden, aber man kann nicht davon ausgehen, dass dies so weitergeht. Zudem wird der Gemeindesäckel durch die Kreisumlage stark strapaziert, da diese rückwirkend berechnet wird, d.h. die nächste Zahlung richtet sich derzeit noch nach dem Jahr mit dem hohen Steueraufkommen. Deshalb wird alles nun etwas langsamer gehen: „Was wir benötigen und brauchen – ja! Zwei Jahre lang wird es deutliche Einschränkungen geben, danach sehe ich aber wieder einen Lichtblick.“ Deshalb werden vorerst alle Maßnahmen, darunter auch der neue Bauhof, hinausgeschoben.

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Informationen aus dem Rathaus von Bürgermeister Bernhard Mücke

Um die Steuereinnahmen der Gemeinde für die Zukunft einigermaßen konstant zu halten, ist vorgesehen, im Gewerbegebiet in Schwaig Betriebe anzusiedeln, die zwar ein hohes Steueraufkommen haben, aber nicht flughafenabhängig sind.

Bernhard Mücke kann jedoch auch Positives berichten: Das neue Schulzentrum wurde in Betrieb genommen. Durch die Reduzierung der Mehrwertsteuer im vergangenen Jahr konnte bei dem Neubau zudem ein großer Betrag eingespart werden. Das Schulsportgelände wird höchstwahrscheinlich noch vor Beginn des neuen Schuljahres fertiggestellt sein. Sanierung und Umbau des alten Realschulgebäudes sind im Gang.

Er verhehlte allerdings nicht seine Enttäuschung über die Schließung der Allgemeinarzt-Praxis. Man habe dem MVZ Dorfen das Angebot gemacht, u.a. beim Rathausneubau oder bei der Erweiterung des Seniorenzentrums Praxisräume vorzusehen. Deshalb ist es umso weniger verständlich, dass die Praxis in Oberding nach relativ kurzer Zeit und ohne weitere Begründung wieder geschlossen wurde.

In seinem Bericht ging Bernhard Mücke auch auf abgeschlossene und geplante Bauvorhaben im Gemeindegebiet ein: In Schwaig wurden sowohl das Mehrfamilienhaus als auch die Obdachlosen-Unterkunft fertiggestellt. Für das Neubaugebiet in Niederding (Herrnstraße) liegt der Bebauungsplan vor. Noch keinen Entwurf gibt es für das Neubaugebiet in Aufkirchen, hierfür wird die Vergabe frühestens Ende 2023/Anfang 2024 erfolgen können.

Zum Ende seiner Ausführungen hatte der Bürgermeister noch eine besonders gute Nachricht: „Für den Bürgerball 2022 habe ich bereits eine Band engagiert!“ Mutig!

 

Ortsversammlung Notzingermoos

Heiße Diskussion um den Standort der Müllcontainer

Am 9. August begrüßte Adolf Gaisbauer die rund 35 Gäste zum letzten Mal als Ortssprecher. Er blickte kurz zurück auf seine Jahre ehrenamtlicher Mitarbeit in Gemeinde, Kirche und Vereinen: 24 Jahre Gemeinderat, 37,5 Jahre Ortssprecher, 36 Jahre Hausmeister beim Schützenverein, 43 Jahre Kassier und Vorstand vom Schnupferverein, 30 Jahre Müllcontainer-Aufsicht, 6 Jahre Kirchenverwaltung = 176,5 Jahre Ehrenamt. „Da müsste ich ja 200 Jahre alt werden, wenn ich das nicht alles gleichzeitig gemacht hätte“ rechnete er zum Abschied den Gästen mit einem Augenzwinkern vor. Zum Dank für sein großes Engagement überreichte ihm Bürgermeister Bernhard Mücke im Namen der Gemeinde Oberding einen Bayerischen Porzellanlöwen und eine Urkunde.

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Ein bayerischer Löwe als Abschiedsgeschenk für Adolf Gaisbauer nach 37 Jahren als Ortssprecher und 34 Jahren als Gemeinderat 

Anschließend ging es jedoch um eine weniger schöne Angelegenheit. Andreas Neumaier, Fachbereichsleiter Abfallwirtschaft beim Landkreis Erding, stellte zwei Vorschläge für die Verlegung des Müllcontainerplatzes vor, da der jetzige „in die Jahre gekommen ist“ und sich zudem auf privatem Grund befindet. Der favorisierte Vorschlag des Landkreises, die Müllcontainer auf dem Parkplatz an der Kreisstraße aufzustellen, stieß allerdings auf keinerlei Gegenliebe. In einer sehr engagierten Diskussion wiesen die Bürgerinnen und Bürger auf die negativen Folgen hin, die diese Verlegung mit sich bringen würde, u.a. kein Zugang, wenn der Parkplatz besetzt ist, Müllablagerung aus anderen Gemeinden, größere Verschmutzung, keine Kontrollmöglichkeit. Dass der bisherige Standplatz wesentlich sinnvoller sei, darüber waren sich alle einig und regten an, dass der Landkreis dem Grundbesitzer eventuell eine Entschädigung für die Nutzung des Platzes bezahlt und diesen für die Zukunft beibehält. „Wenn der alte nicht bleiben kann, dann brauch ma koan“ war die einhellige Meinung, d.h. wenn der bisherige Standort nicht bestehen bleibt, wird der Container-Standort Notzingermoos aufgegeben.

Durch den Abschied von Adolf Gaisbauer wurde die Wahl eines neuen Ortssprechers nötig. Glücklicherweise gab es hierfür bereits einen Kandidaten, der dann auch ohne Gegenstimme gewählt wurde. Neuer Ortssprecher von Notzingermoos ist Johann Reiss. Der 62jährige Sachbearbeiter im Entwicklungsbereich ist derzeit in der Freistellungsphase der Altersteilzeit. Er fotografiert gerne und arbeitet mit Begeisterung an der Erstellung von Fotoarchiven. Wie gut ihm das gelingt, hat er bereits u.a. beim Möslertreffen bewiesen.

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Stabwechsel in Notzingermoos: Johann Reiss löst Adolf Gaisbauer als Ortssprecher ab, re: Bürgermeister Bernhard Mücke

Nach rund zwei Stunden ging eine lebhafte und harmonische Ortsversammlung zu Ende, in der zwar heiß diskutiert, aber auch viel gelacht wurde.

 

Ortsversammlung Aufkirchen

Ortssprecher - Abschied und Neubeginn

Die Ortsversammlung in Aufkirchen fand am 14. August im angenehm luftigen offenen Zelt vor dem Ortschaftsgebäude statt. Auch hier beendete der bisherige Ortssprecher seine Tätigkeit. 20 Jahre lang war Gog (Alfons) Huber Ansprechpartner in der Ortschaft. In seiner heiteren Rückschau blickte er auf die vergangenen Jahre zurück, in denen er so manches erlebt hatte. „Diese fünf Minuten gönn‘ ich mir“ meinte er und brachte zur Erheiterung der Gäste so manche Anekdote zu Gehör, die der eine oder die andere Anwesende aus eigener Erfahrung kannte. Feste und Ausflüge zählen zu seinen schönsten Erinnerungen, und auch so mancher „Aufstieg“ war es ihm wert, um davon zu berichten. Dass man in Amerika „vom Tellerwäscher zum Millionär“ aufsteigen kann, sei eine bekannte Tatsache. Dass das in Aufkirchen fast genauso ist, dürfte vielen neu sein. Hier heißt es allerdings - und damit spielte er auf einen Arbeitseinsatz von Bernhard Mücke an - „vom Tellerwäscher zum Bürgermeister!“ In seiner Abschiedsrede bedankte er sich bei allen Weggefährten, die ihn in den vergangenen 20 Jahren begleitet und unterstützt haben. Mit einer Urkunde und Restaurantgutscheinen bedankten sich Bürgermeister Mücke und der Ortsausschuss bei ihm für seine Verdienste um die Ortschaft.

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Bisheriger und neuer Ortssprecher: Alfons Huber und Wolfgang Hirner

Da Pfarrer Kielbassa entschuldigt war, informierte Kirchenpflegerin Gertraud Danzer über Neues aus der Pfarrgemeinde Aufkirchen. So konnte sie berichten, dass man sich inzwischen nicht mehr anmelden muss, um am Gottesdienst teilzunehmen, die Maskenpflicht bleibt jedoch bestehen.

Für den Herbst ist die Reinigung des Turms geplant, u.a. muss das Turmstüberl ausgeräumt und gesäubert werden. Wer dabei mithelfen möchte, ist herzlich willkommen!

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Angeregte Gespräche im gut gelüfteten Zelt

Da alle anstehenden Fragen bereits während der Versammlung gestellt und beantwortet wurden, blieben keine weiteren Wünsche und Anträge mehr übrig und die Versammlung konnte geschlossen werden. Der Abend war allerdings noch nicht zu Ende, denn nun stand die Neugründung des Ortsvereins an (siehe Extra-Bericht).

Für Sie berichtete Maria Schultz

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