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Junge Helden in der Gemeindebücherei

Kategorie: Kinder / Jugend Veröffentlicht: 26. April 2017

Buch-Projekttag für Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Oberding

Warum nur steht Otto auf dem Schulhof immer alleine herum und warum wird er gehänselt und zu keiner Geburtstagsparty eingeladen? In einem Projekt entwickelte Petra Sellmayr-Vaas aus Wartenberg gemeinsam mit sieben Kindern und Jugendlichen die Geschichte von Otto und seinen Schulkameraden. Entstanden ist daraus das Jugendbuch „Wenn ich ein Held wäre“, aus dem sie am 26. April in Oberding vorlas.

Für die Schülerinnen und Schüler der Mittelschule mit ihren Lehrerinnen Jutta Adelsperger (5. Klasse) und Konrektorin Dagmar Strobel (6. Klasse) bedeutete dies einen spannenden Vormittag in der Gemeindebücherei. Sie kannten den Jugendroman noch nicht und alle waren sehr gespannt, worum es geht. Vorgelesen wurden lediglich einzelne Abschnitte, und die Kinder durften dazwischen jeweils aktiv und kreativ Szenen nachspielen, Fragen beantworten, aber auch sich selbst etwas überlegen.

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"Ding-Dong", es ist große Pause... - Jugendbuchautorin Petra Sellmayr-Vaas liest aus ihrem Buch "Einmal ein Held sein" vor Schülerinnen und Schülern der Mittelschule Oberding

„Ding-Dong“ - die erste Szene spielte in der großen Pause, und auf die Frage nach Darstellern schnellten sofort viele Finger in die Höhe. Wie es auf dem Schulhof zugeht, das wissen alle. Aber wie ist es, wenn man sich hinter den ausgegrenzten Otto stellen und sagen soll, was er fühlt? Oder wie formuliert man Annas Gedanken, die sie in ihr Tagebuch schreibt? Mutig waren sie alle, und jedes Mal fanden sich gleich mehrere, die sich nach vorne wagen wollten.

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„Welches Kind im Buch könnte diesen Satz gedacht haben?“ Nachdenken ist angesagt - temperamentvoll unterstützt von Lehrerin Jutta Adelsperger.

Mit großem Ernst gingen sie an die Aufgaben, versuchten, sich in die verschiedenen Charaktere der Geschichte hineinzudenken und diskutierten, wie sich wohl berühmte Helden aus Film und Fernsehen in dieser oder jener Situation verhalten hätten. Zuletzt galt es dann auch noch, sich ganz persönlich zu überlegen: „Was hätte ich tun können?“ Die Geschichte von Otto und seinen Schulkameraden geht zum Glück gut aus, in einer Notsituation stehen alle Schulkameraden wie eine Mauer hinter ihm. Und alle erkennen, dass man einander vertrauen soll und Freundschaft etwas anderes bedeutet ist als einen reichen Vater zu haben.

Nicht nur bei der Darstellung, sondern auch bei der anschließenden Fragerunde an die Autorin waren die Kinder mit voller Konzentration dabei. Manches Gesicht wurde nachdenklich, als Petra Sellmayr-Vaas aus ihrer eigenen Schulzeit erzählte und verriet, dass sie aus ganz persönlicher Erfahrung weiß, welche Probleme man als Schulkind haben kann.

Anlass für diese Lesung war der „Welttag des Buches“. Bereits am Montag waren die Kinder in einem Buchladen und hatten dort viel Interessantes über Herstellung und Verkauf von Büchern erfahren. Doch auch während des restlichen Schuljahrs spielen Bücher in der Mittelschule eine große Rolle. Regelmäßig einmal im Monat besuchen sowohl die 5. und 6. als auch die 7. und 8. Klassen die Bücherei. Diese Besuche stehen jeweils unter einem bestimmten Motto. So waren z.B. Kreativität und Phantasie gefragt, als ihnen nur der erste Satz eines Buches vorgelesen wurde. Wie geht es weiter? Das durften sie sich selber ausdenken. „Wir waren total überrascht, was da für spannende Geschichten entstanden“ erzählt Lehrerin Jutta Adelsperger begeistert. Fachbegriffe rund ums Buch werden ihnen nahegebracht, und manchmal gibt es sogar Recherche-Aufträge („Stell dir vor, du musst ein Referat über Ägypten schreiben. Wo suchst du, wo findest du was zu diesem Thema?“) Lustig wird es ganz bestimmt noch kurz vor den Sommerferien bei einem Foto-Shooting in der Bücherei: „mein Lieblings-Leseort“.

Von der Erzählung „Wenn ich ein Held wäre“ haben die Kinder bei der Lesung nur einzelne Kapitel gehört. Was passiert sonst noch in dieser spannenden Geschichte? Das können sie selber nachlesen, denn das Buch wird in der nächsten Zeit reihum in den beiden Klassen ausgeliehen werden. Dieser Vormittag hat zudem ganz bestimmt ein paar neue Leseratten hervorgebracht. Freudestrahlend schwenkte eine Schülerin eine Autogrammkarte der Autorin und verriet der Lehrerin: „Wissen Sie was, jetzt bin ich ein Fan von Frau Vaas!“

Für Sie berichtete Maria Schultz.

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