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Kunst und Klänge

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 17. März 2019

Ausstellung und Konzertnachmittag im Seniorenzentrum Oberding

Es sind die kräftigen Farben, die als erstes ins Auge stechen. Erst beim zweiten Blick entdeckt der Betrachter die unzähligen Windungen und Verschnörkelungen, die scheinbar wie aus dem Nichts heraus diese atemberaubenden Figuren und Formen entstehen lassen. Gestaltet wurden diese Kunstwerke, die derzeit im Oberdinger Seniorenzentrum ausgestellt sind, von Heike Witt. „Diese kreative Technik nennt sich Quilling“, erklärt die Künstlerin. Dabei werden Papierstreifen gerollt, geformt und an den Enden fixiert. Die Grundform des Quillings ist der Kreis. Aus dem Kreis wird ruckzuck eine Spirale gedreht. Durch vorsichtiges Zusammendrücken entstehen dabei weitere Formen: Auge, Blatt, Ranke, Tropfen, Blüte ... Am Ende ergeben die verschiedenen Quilling-Elemente solch ausdrucksstarke Gesamtkunstwerke.

Heike Witt hat diese Basteltechnik vor gut drei Jahren für sich entdeckt. „Durch eine Erkrankung ist meine Handmotorik leider eingeschränkt“, erzählt Witt, „dieses kognitive und feinmotorische Training ist daher für mich gleich in doppelter Hinsicht eine Bereicherung.“ Bis zur Fertigstellung eines Bildes vergehen vier bis acht Wochen. Die Motive wählt die Künsterlin, die auch als Betreuerin im Oberdinger Seniorenzentrum arbeitet, ganz nach Lust und Laune aus. Doch der Ort, an dem die Exponate derzeit ausgestellt sind, ist ganz bewusst gewählt. „Unsere Idee war es, die Sinne der Bewohner durch die farbenfrohen Bilder anzuregen“, so Witt. Und dieser Plan ist zu 100 Prozent aufgegangen. Denn die insgesamt 11 Quilling-Bilder, die derzeit hier im Flur des Wohnbereiches 1 ausgestellt sind, sorgen für Gesprächsstoff. Die Senioren verweilen vor den Kunstwerken, kommen dabei miteinander ins Gespräch und nehmen die Ausstellungsstücke ganz bewusst wahr. Das freut nicht nur die Künstlerin. Auch aus dem Kreis der Kollegen gab es haufenweise positive Rückmeldungen. Mit soviel Rückenwind und kreativer Leidenschaft denkt Heike Witt schon über das nächste Projekt nach. „Wir planen, auch den Wohnbereich 2 umzugestalten“, verrät die Betreuerin. „Vielleicht lasse ich mir hierfür etwas mit Naturmaterialien einfallen.“

Zwar nicht mit Bastelkünsten, dafür aber umso mehr mit Gesangskünsten begeisterte der Männergesangverein Eitting beim Nachmittagskonzert im Seniorenzentrum. Die Sänger gaben dabei alte Volksweisen, Zwiefache und bayrische „Schmankerl“ aus dem umfassenden Repertoire von Chorleiter Lorenz Adlberger zum Besten. Besonders der Zwoagsang – bestehend aus Adolf Schmid und Klaus Neudecker – entlockte den Seniorinnen und Senioren herzhafte Lacher. Ging es doch beim Stück „Wia scheint denn heit da Mond so schee“ ums Kammerlfensterln. Ein Brauch, an den sich offensichtlich die älteren Semester noch recht gut und gern erinnern... Schon bei der Begrüßung hatte Vorsitzender Hermann Hofer die Anwesenden eingeladen, in die bekannten Lieder auch gerne mit einzustimmen. Das ließen sich einige ältere Herrschaften nicht zweimal sagen. Als Adlberger mit seinem Akkordeon „Es war im Böhmerwald“, „Hoch auf dem gelben Wagen“ und „Wahre Freundschaft“ anstimmte, waren da nicht nur kräftige Männerstimmen zu hören. „Schade, dass ihr nicht bei uns im Männerchor mitmachen könnt“, meinte Adlberger zu einer Gruppe von Seniorinnen, „euch könnten wir bei uns schon brauchen!“

Für Sie berichtete Christine Hofer.

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