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Bazis, Böller und Busserl Theatergruppe der KLJB Niederding begeistert das Publikum mit dem Stück „No amoi a Lausbua sei“

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 09. Dezember 2015

„A Busserl is des beste Beruhigungsmittel." Beruhigen muss Simmerl Geitinger seine bessere Hälfte ziemlich oft, weil sie sich gar so über die Lausbubenstreiche aufregt, die er, inzwischen schon in die Jahre gekommen, immer noch im Sinn hat und auch tatkräftig umsetzt.

Vier Aufführungen der Komödie von Franz Schaurer „No amoi a Lausbua sei" waren vorgesehen, und alle waren ausverkauft. Da geht es um den Bauern Simmerl Geitinger, der sich nach der Zeit der Bubenstreiche zurücksehnt. Als er in einem alten Stadl die vergessene Böllerkanone seines Vaters findet, kommt er auf die glorreiche Idee, das ganze Dorf mit lauten Krachern zum Narren zu halten. Freund Hans, der gerade zu Besuch kommt, ist gleich dabei: Als Professor verkleidet, erzählt er im Dorf, dass Simmerl ein großer Erfinder und Forscher sei und sogar Erdöl auf einer Moorwiese entdeckt habe. Das ruft sofort geldgierige Mitmenschen auf den Plan. Natürlich muss es auch eine Liebesgeschichte geben, in diesem Fall sogar zwei, denn nicht nur die Nachbarstochter Loni und Simmerls Neffe Jakob verlieben sich ineinander, argwöhnisch beobachtet und immer wieder gestört von der eifersüchtigen Magd Stasi. Auch Tante Zenta, die alte Jungfer mit Nickelbrille und Gehstock, entflammt für den feschen jungen Polizisten Ignaz. Dramatische Ereignisse sind in dieser verwickelten Geschichte nicht zu vermeiden. Doch am Ende löst sich zum Glück alles in Wohlgefallen und gegenseitigem Verständnis auf.

„A Liabsdatscherl war des koans" beklagt sich Neffe Jakob lautstark, als er von Simmerls Ehefrau mit kräftigen Schlägen traktiert wird, die eigentlich ihrem Ehemann zugedacht waren. Überhaupt geht es ziemlich heftig zu auf der Bühne, da wird lautstark geschimpft, auch mal kräftig „hinglangt" und mit Haselstecken gedroht, die bereits für eine kräftige Abreibung zurecht geschnitten wurden.

„Leit dratzn is des schönste Vergnügen auf dera Welt" meint der in die Jahre gekommene Lausbua Simmerl Geitinger.

Aber es wird auch geschmeichelt und gebusselt. Immer wieder gibt es Szenenapplaus, wenn z.B. Freund Hans (Florian Huber) als lispelnder Professor voll in Aktion ist. Erbtante Zenta (Franzi Haun) tut erst ganz harmlos und erweist sich bald als ganz schön hinterlistig. Szenenbeifall auch für den Bürgermeister (Lukas Frank), der seine große Rede nur mit viel Stottern und Einflüstern schafft. Michael Kattner spielt den unverbesserlichen Lausbuam und Bazi Simmerl Geitinger mit sichtlichem Vergnügen lebensecht und überzeugend.
Geschrieben wurde das Stück von dem Münchner Franz Schauer (1907 – 1997) der als Frührentner damit begann, Theaterstücke zu schreiben. Manche seiner insgesamt 26 Werke wurden sogar für das Fernsehen aufgezeichnet. Enkel und Urenkel des Verfassers nebst Familie freuten sich, als Ehrengäste das Paradestück vom Uropa auf der Bühne zu sehen.

Die Theatergruppe der KLJB Niederding probte an diesem Stück gerade mal knapp drei Monate, eine beachtliche Leistung mit überzeugendem Ergebnis. Spiellust und Freude waren den Darstellern deutlich anzumerken. Das Publikum war begeistert und belohnte die Künstler mit anhaltendem Applaus.

Für Sie berichtete Maria Schultz.

 

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Neffe Jakob nach der handgreiflichen Begegnung mit der hinterfotzigen Tante Zenta.

 

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„Rache muss sein" meint die Magd Stasi.

 

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v.l.n.r. Tante Zenta (Franzi Haun), Neffe Jakob (Valentin Kallinger), Blumenkind (Hannah Stemmer), Magd Stasi (Nina Körger), Großbauer (Christoph Stemmer), Häuslmann Peter (Bene Haueisen), Simmerl Geitinger (Michael Kattner), seine Ehefrau Kathl (Laura Perzl), Huberbauer (Luca Strobl), Bürgermeister (Lukas Frank), Simmerls Freund Hans (Florian Huber), Bauerntochter Loni (Simone Huber), Polizist Ignaz (Simon Körger)

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