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Es wird scharf geschossen… Starkbierfest in Niederding

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 20. März 2016

Zwei Pflichttermine für alle Niederdinger sind die Dorfmeisterschaft im Schießen sowie das wenige Tage später folgende Starkbierfest des Schützenvereins 'Die Fröhlichen´, bei dem dann auch die Ehrung der Sieger der einzelnen Kategorien vorgenommen wird.

Im gut gefüllten Bürgersaal begann am Samstag, den 12. März gegen 19:00 Uhr die Auszeichnung der diesjährigen Gewinner. Gemeinderätin Andrea Hartung konnte mit einem 40,3 Teiler den Titel der Dorfkönigin erringen, Einzeldorfmeister wurde Johann Heilinger mit einem Ergebnis von 90 Ringen. Vereinsdorfmeister wurden die Gastgeber 'Die Fröhlichen´, während der Meistpreis für 26 teilnehmende Schützen an die Landjugend Niederding ging.

Nach den Ehrungen durften die Gäste erstmal durchatmen und sich an den leckeren Köstlichkeiten satt essen. Auf der Speisekarte stand der 'Niederdinger Brotzeitteller´, dessen Zutaten (Obatzda, Speck, Kartoffelkäse, Brot, usw.) allesamt von Ansässigen hergestellt worden waren. Und auch das Starkbier hatte Lokalkolorit, serviert wurde das süffige St. Georg aus dem Hause Eittinger Fischerbräu.

So gestärkt war das Publikum endlich bereit für den Höhepunkt des Abends: die Fastenpredigt der 'Deanga Saufbriada´ in Gestalt von Bruder Florianus (Florian Huber) und Bruder Friedenand (Ferdi Ascher). In Mönchskutten gewandet begannen die beiden gegen 21:30 Uhr damit, das lokal- und weltpolitische Geschehen der letzten Monate auf gewohnt amüsante Art zu kommentieren.

Zuerst redeten die beiden Aushilfsmönche ortsansässigen Verkehrssündern ins Gewissen, die Rede war hier von Parkvergehen des Stüberlwirts Wast Kronast und der Freiwilligen Feuerwehr sowie einem umgestürzten Traktor aufgrund zu hoher Geschwindigkeit (Werner Stemmer). Dabei wusste doch angeblich Mahatma Gandhi schon, dass es 'Wichtigeres im Leben gibt, als ständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen´.

Das Publikum war sofort Feuer und Flamme und zeigte dies auch durch viele Lacher. Florianus und Friedenand legten jetzt aber erst richtig los. Erfolge und Trainingsbeteiligung sämtlicher Schützenmannschaften der 'Fröhlichen´ wurden durch den Kakao gezogen, außerdem amüsierten sie sich darüber, dass einige der Jungschützen einen Wettkampf 'übersahen´, weil sie sich in Power Rangers-Montur dem Faschingstreiben hingaben. Aber auch sich selbst schonten die beiden nicht, angesprochen auf das bereits lange ausstehende Freibier des 1. Schützenmeisters Florian Huber kündigte dessen Alter Ego Florianus an, dass mit dem Endschießen am 09. April nun endlich der perfekte Termin für diesen Anlass gefunden werden konnte. Ebenfalls als sehr erfreulich empfanden die Brüder den Umstand, dass sich Notzinger und Notzingermooser Schützen der Sektion angeschlossen haben, selbst wenn dadurch der Konkurrenz noch einmal erhöht wird.

Nach weiteren Scherzen über den Fastabstieg der Münchner Löwen aus der Zweiten Liga und die (Nicht-)Teilnahme Xavier Naidoos beim Eurovision Song Contest kamen die beiden auf ihre eigentliche Kernkompetenz zu sprechen: Die katholische Kirche. Da war vom 'schneidigen´ Gemeindepfarrer Philipp Kielbassa die Rede, dem es aber trotz seiner Attraktivität und seiner Ähnlichkeit mit Ulf Hartung noch immer schwerfalle, mehr Leute zum Kirchengang zu bewegen. Bewegung im direkten Sinne bringe der Gottesmann aber trotzdem zu seinen Niederdinger Schäfchen, auch wenn die Erweiterung der Stammroute des Bittgangs bei so manchem Teilnehmer für Verwunderung beziehungsweise Navigationsschwierigkeiten sorge.

„Ein Schwarzer kritisiert die Schwarzen wegen ihres Umgangs mit Schwarzen und wirft das Handtuch wegen den Braunen."

Ernster wurde der Tonfall von Florianus und Friedenand als sie auf ein trauriges und sehr aktuelles Thema zu sprechen kamen: Den durch rassistische Drohungen ausgelösten Rücktritt des Zornedinger Pfarrers Olivier Ndjimbi-Tshiende. Der Appell für mehr Nächstenliebe und Zivilcourage richtete sich an jeden einzelnen Gast im Bürgersaal.

Nach einem ausgiebigen Schluck Bockbier widmeten sich die Fastenprediger dann auch noch der Politik. Natürlich wurde Söders schauspielerischer Einsatz bei 'Dahoam is Dahoam´ ebenso kommentiert wie Horst Seehofers Staatsbesuch bei Putin. Besonders der Bayerische Ministerpräsident wirke auf die zwei aufmerksamen Beobachter Florianus und Friedenand politisch angeschlagen. Und natürlich hatten die beiden für den Fall eines Rücktritts auch sofort einen geeigneten Nachfolger parat: Den Oberdinger Bürgermeister Bernhard Mücke.

Vom 'Baugruabm-Berni´ zum Landesvater

Mückes Einstellung, alle Großbaustellen der Gemeinde in höchstem Tempo anzugehen, könne auch dem Freistaat nur gut tun. Und auch die Tatsache, dass ihn Gemeinderatskollegin Lotte Färber des Öfteren mit Vorgänger Helmut Lackner verwechsle, täte seiner Eignung als Landesvater keinen Abbruch. Dagegen hätte CSU-Kollegin und Verbraucherschutzministerin Ulrike Scharf-Gerlspeck nach dem Bayern-Ei-Skandal derzeit einen schweren Stand. Die „Umwelt-Uschi" tauche deshalb genauso schnell unter wie das Tretboot von 'da Doama Vicky´ auf dem Gardasee.

Ein Schurke ist, wer Böses denkt...

Gegen Ende ihrer Predigt kamen die Saufbrüder noch einmal auf das Geschehen im Ort zurück. Da wurde bemerkt, dass Schütze Christian Peis durch seine „besondere" Zählweise im Vorjahr Einfluss auf die Vereinsmeisterschaft der 'Fröhlichen´ genommen haben könnte. Erwähnt werden sollte in diesem Zusammenhang auch, dass der für die Auswertung zuständige Peis am Ende selbst den Titel holte, während die Treffer seines Konkurrenten nicht gezählt werden konnte. Ähnlich undurchsichtig muss es wohl nach einem Discobesuch während der Faschingszeit zugegangen sein, nachdem alle beteiligten Nachwuchsjecken wieder in Niederding angekommen waren, fand sich plötzlich ein Sonnenschirm des eben besuchten Lokals im Handgepäck der 'leicht alkoholisierten´ Truppe wieder. Die nachsichtigen Mönche rieten den übermütigen Jugendlichen, den Schirm für das diesjährige KLJB-Jubiläum einzulagern. Als Zeichen der Buße sollten sie zudem beim nächsten Totengedenken mit der Landjugendfahne antreten, ein Umstand, der sicherlich auch das Herz von Ortsführer Jakob Maier erfreuen würde. Zuletzt lobten Florianus und Friedenand noch Basti Stemmer für seinen Beitrag zur Völkerverständigung in schwierigen Zeiten. Sein Motto 'Tausche Kartoffeln gegen Koran´ komme bei muslimischen Taxifahrern dermaßen gut an, dass der junge Mann schon überlege, in Zukunft gänzlich auf Bargeld zu verzichten.

Mit einem letzten 'Prost´ und unter tosendem Applaus des begeisterten Publikums beendeten die beiden selbst ernannten Ordensbrüder schließlich gegen 22:15 Uhr ihre äußerst gelungene und witzige Fastenpredigt. Ein Großteil der rund 130 Gäste blieb dennoch sitzen und ließ den tollen Abend noch bis weit nach Mitternacht ausklingen.

Für Sie berichtete Robert Hellinger.

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