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„Sirius – ein Weltraumspektakel“

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 06. Februar 2017

Ein verrückter Ausflug ins Weltall mit der Theatergruppe des FC Schwaig

Wenn sich die Mitglieder der Sternenkonföderation zu einem Meeting treffen, dann muss schon etwas ganz Besonderes los sein. Und tatsächlich, Mondragon, der Weltraumterrorist, stellt sich via Bildschirm vor: 236 Jahre alt, Sternzeichen Jungfrau mit Aszendent Mondkalb, will in drei Tagen die Erde zerstören. Dass da etwas dagegen unternommen werden muss, ist klar.

Doch ehe es so weit ist, dürfen sich die Gäste im Vereinsheim des FC Schwaig erst mal mit Astronautennahrung stärken, ein 2-Gänge-Menü, gekrönt von „Spaceballs“ im Glas, dringend benötigte Nervennahrung für die kommenden Stunden, in denen es intergalaktisch ganz schön aufregend zugeht.

Der Beginn ist gleichzeitig ein Rückblick per Film: der in die Jahre gekommene Professor Aristoteles Unverdorben schlurft durch Schwaig und besucht den Weltraum-Playboy James Freeman, der ebenfalls ganz schön alt aussieht. Gemeinsam ergehen sie sich in Erinnerungen an ihr großes Abenteuer im All.

Die beiden waren nämlich von der Konföderation ausersehen und mit mehr oder weniger moralischen Argumenten überredet worden, obwohl spinnefeind, gemeinsam die Erde gegen den bösen Mondragon zu verteidigen.

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Ob sich der Professor mit ein paar Pornoheften leichter zur Mitarbeit überreden lässt?

Per Raumschiff, gesteuert von Chip, dem Weltraumpiloten, geht es in den Kosmos. Da wird auch schon mal gelegentlich mit Hilfe eines Bügeleisens telefoniert („Raumpatrouille Orion“ lässt grüßen). Sie treffen auf die tollsten Girls s Universums, bei denen der „intergalaktische Lustmolch“ Jimmy nicht vergebens seine Verführungskünste spielen lässt. Nach diversen Abenteuern, die sie nur dank der guten Einfälle von Jimmy und dem Professor und natürlich mithilfe der atemberaubenden Weltraumschönheit Ronda heil überstehen, können sie in letzter Minute dann doch noch die Welt retten. Ende gut, alles gut!

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Weltraumterroristen kämpfen mit allen Mitteln!

Gut ist aber nicht nur das Ende, sondern die gesamte Inszenierung. Das Stück ist witzig, spannend und verrückt, die Darsteller glänzen in ihren jeweiligen Rollen und beherrschen überzeugend die verschiedenen Dialekte, egal ob wienerisch, schweizerisch oder sächselnd. Die Kostüme sind phantastisch, und Kulissen und Dekoration wirken höchst eindrucksvoll. Alles bis hin zum kleinsten Detail ist stimmig, sei es die Aufschrift „Jimminator“ auf der Taschenklappe des Weltraumhelden, das Labordesign auf dem Pullover des Professors, oder Armbanduhren, die im passenden Moment leuchten oder blinken.

Natürlich dürfen ein paar Spitzen auf lokale Ereignisse nicht fehlen, wenn auch manches verständlicherweise für Auswärtige nicht so ganz nachvollziehbar ist. Hauptzielscheibe ist der TuS Oberding, dessen Sportgelände von Mondragon schon mal vorab pulverisiert wurde, als kleine Warnung an die Erde, was kurz die Frage aufwirft, ob dies ein Beitrag sei zu „unser Dorf soll schöner werden“. Alex, der das Raumschiff zerstören sollte, wird entdeckt und muss mit Folterqualen rechnen, wenn er nicht kooperiert. Ihm wird nicht nur ein Album von Helene Fischer angedroht, endgültig in die Knie zwingt ihn die Aussicht, ein Video vom TuS anschauen zu müssen.

Geschrieben hat das Drehbuch Robert Hellinger, der auch als Schauspieler (Alex) dabei ist. Sein Bruder Rainer ist für Technik und Regie zuständig. Ein gutes Gespann, von dem der eine (Rainer) über den anderen (Robert) sagt: „Der Robert kann den Leuten die Rollen auf den Leib schreiben. Und jede Figur, auch eine böse, hat was Liebenswertes an sich. Das kann man nicht lernen! Ich bin richtig stolz auf ihn.“ Stolz sein können sie alle, Autor, Regisseur, Darsteller und Helfer.

Am Ende, dann wieder auf der Leinwand, fallen sich die siegreichen Helden in die Arme und klopfen sich auf den Rücken. Mission gelungen und „kurz mal die Welt gerettet!“ Die tollen Girls aus dem All warten schon im Whirlpool, mit Champagner…

Der anhaltende Beifall für Akteure und Organisatoren am Schluss dieses rundum gelungenen Abends war mehr als verdient.

Für Sie berichtete Maria Schultz.

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