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Aus… Äpfe… Amen…

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 08. November 2017

Theresie Schröder-Bekh erzählt aus ihrer Kindheit in Niederbayern

Zu einer gemütlichen Erinnerungsstunde hatte das Seniorenzentrum Oberding in Kooperation mit dem Kath. Kreisbildungswerk Erding am 7. November eingeladen. Mit viel Humor und Liebe zum Detail erzählt Theresia Schröder-Bekh von ihrer Kindheit auf dem niederbayerischen Einödhof, wo sie als eines von zehn Kindern aufgewachsen war. Die Zuhörerinnen – an diesem Nachmittag finden sich zufälligerweise nur Frauen ein - erfahren von ihr, wie Haus und Hof aussahen, was man gegessen hat und viel über den damaligen Alltag. „Sport brauchten wir keinen“, erinnert sie sich, denn „der Schulweg war a Stund‘ hin und a Stund‘ zruck, Radl hatten wir keins, also mussten wir gehen.“ Es klingt ganz modern, wenn sie schmunzelnd erzählt: „wir waren autark, alles war bio und wir hatten nur Maßkleidung“, denn das Essen kam aus Garten und Stall, und Kleidung wurde von der Störnäherin angefertigt. An Weihnachten ging es bescheiden zu, doch die Kirta war das größte Fest im Jahr. Manchmal kamen zur Freude der Familie sogar Päckchen aus Amerika, wohin zwei Onkel ausgewandert waren. Im Haus wohnte neben der Familie auch noch die „Tant“, die Austraglerin, die sehr fromm war, „wir haben sehr viel beten dürfen, müssen!“ Viele kleine Begebenheiten aus ihrer arbeitsreichen aber liebevollen Kindheit in der großen Familie fallen ihr ein, aber sie idealisiert das nicht, „es war nicht einfach“.

An den Vater erinnert sie sich voller Stolz, ein Mensch mit viel Interesse für Politik, aber auch mit geschickten Händen, „der hat die schönsten Reisigbesen gemacht.“

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„‘s Reserl mit‘m Beserl“ – Theresia Schröder-Bekh erzählt aus ihrer Kindheit auf dem Bauernhof

Es mache ihr große Freude, wenn vom Publikum was zurückkommt. Und daran besteht an diesem Nachmittag kein Mangel. Vieles, was Theresia Schröder-Bekh in dieser heiteren Stunde erzählt, weckt Erinnerungen, von denen die Frauen im Seniorenzentrum gerne berichten wollten. Lebhaft beteiligen sie sich am Gespräch mit Fragen, Zustimmung und Ergänzungen aus der eigenen Jugend, und es bleibt fast keine Zeit für die kleinen Verse, die sie aufsagen oder vorlesen wollte. Doch zwischendurch kann sie immer wieder mal ein kurzes Gedicht oder ein Lied einstreuen, oder Spott- und Namensverse wie „Hans, Dampf, Nudldrucker…“ oder ‚s Reserl mit’m Beserl…“ Die Gebete, die früher jedes (katholische) Kind wusste, können viele der Frauen auch heute noch auswendig mitsprechen: „Ich bin klein, mein Herz ist rein, soll niemand drin wohnen als du mein liebes Jesulein“.

Für viele Zuhörerinnen war es ein Ausflug in die eigene Kindheit und die lebendige Stunde war viel zu schnell wieder vorbei. Die Abschiedsworte von Theresia Schröder-Bekh riefen ganz bestimmt bei der einen oder anderen Zuhörerin leise Wehmut hervor: „Aus is und gar is und schad is, dass‘ wahr is…!“

Für Sie berichtete Maria Schultz.

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