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Training für die grauen Zellen

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 20. November 2019

 

„Fit im Kopf“ – Gedächtnisübungen mit Klara Hochmuth beim Seniorennachmittag im Notzinger Bürgerhaus

 

„An scheena Gruaß vom .... Dings ...“ – kennen Sie solche Sätze auch? Und werden die „Dings“, die Ihnen dabei zögerlich über die Lippen kommen, irgendwie immer mehr? „Wenn die Merkfähigkeit nachlässt, macht uns das erstmal Angst“, erklärte Gedächtnistrainerin Klara Hochmuth. Doch sie hatte für das zahlreiche Publikum im Notzinger Bürgersaal auch gleich eine gute Nachricht parat: „Nicht nur der Bizeps lässt sich trainieren, sondern auch das Gedächtnis!“

  

Kleine Veränderungen schaffen neue Herausforderungen
„Oftmals höre ich von den Leuten, dass sie sowieso täglich Kreuzworträtsel oder Sudokus lösen“, erklärte Hochmuth. Doch unser Gedächtnis fordert mehr Abwechslung. „Stellen Sie sich vor, Sie trainieren immer nur den linken Arm. Das bringt für den gesamten Körper leider auch nicht den erwünschten Erfolg.“ Doch schon kleine Veränderungen im Alltag stellen unser Gehirn vor neue Herausforderungen. „Putzen Sie die Zähne als Rechtshänder einfach mal mit der linken Hand“, schlug die Trainerin vor. „Oder räumen Sie zu Hause die Schubladen um. Natürlich aber nur, wenn Sie dadurch keinen Ärger mit Ihrem Ehepartner bekommen“, fügte sie mit einem Augenzwinkern an.
Ein wunderbar komplexes und ganzheitliches Training ist beispielsweise auch das Einkaufen. Hier werden unglaublich viele verschiedene Bereiche des Gehirns angesprochen: vom Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis über zeitliche, räumliche und personelle Orientierung bis hin zur Entscheidungs-, Rechen- und Lesefähigkeit. Wobei jedoch manche Entscheidungen („Brauche ich das wirklich?“) oftmals eher aus dem Bauch heraus als mit dem Kopf getroffen würden, meinte die Referentin amüsiert.

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Hatte für die Besucher viele praktische Übungen im Gepäck: Gedächtnistrainerin Klara Hochmuth.

Das A und O für ein gutes Gedächtnis ist eine gesunde Lebensweise. „Ernähren Sie sich vitaminreich, achten Sie auf eine genügende Flüssigkeitszufuhr und legen Sie Wert auf einen erholsamen Schlaf“, riet die Expertin. Denn schon ein Schlafmangel von nur einer Stunde reduziert die Gedächtnisleistung bereits um einige Prozent. Apropos Prozent: Beim bloßen Zuhören bleiben in unserem Gedächtnis 20 Prozent des Gesagten hängen. Sehen und hören wir das Ganze sind es schon 50 Prozent. Sobald wir eine Situation nacherzählen, können wir uns sogar 70 Prozent davon merken. Und wenn wir selbst aktiv tätig werden, sind es ganze 90 Prozent, die davon in unserem Gedächtnis abgespeichert werden. Angesichts dieser Zahlen war es für die Senioren nun höchste Zeit, mit praktischen Übungen die grauen Zellen in Schwung zu bringen. Klara Hochmuth hatte dafür natürlich genügend Denksportaufgaben im Gepäck. Ein Lückentext ganz ohne Selbstlaute machte den Gästen überhaupt keine Schwierigkeiten. Das Kopfrechnen hingegen war vielleicht nicht jedermanns Sache. Doch bei der Suche nach passenden Zwillingswörtern („Ross und Reiter“, „Kind und Kegel“) war die Motivation wieder voll da. Auch bei der Ergänzung von gängigen Sprichwörtern konnte den Seniorinnen und Senioren keiner so schnell das Wasser reichen.

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Ein Gedicht ohne Selbstlaute vorlesen – kein Problem für die Seniorinnen und Senioren.

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Beim Kopfrechnen war Konzentration gefragt.

„Bewegung und Denken sind siamesische Zwillinge!“
Mittlerweile ist es kein Geheimnis mehr: Sport kann beim Lernen helfen und Demenz vorbeugen. Doch es muss nicht gleich ein ganzer Marathon gelaufen werden, um einen positiven Effekt für die Gedächtnisleistung zu erzielen. Eine passende Übung hierfür war das „Bewegungs-Alphabet“. Jedem Buchstaben wird eine bestimmte Armbewegung zugeordnet. „Beim Buchstaben A strecken Sie den rechten Arm nach oben, bei Buchstaben B den linken. Und beim Buchstaben E heben Sie beide Arme gleichzeitig“, forderte die Trainerin ihr Publikum auf. Als dann auch noch die Beine mit dazu kamen, geriet schon der eine oder andere ins Schwitzen. „Das allerwichtigste ist aber, dass Ihnen die Übungen Spaß machen!“, ließ Klara Hochmuth die Damen und Herren wissen.

 

Alle Bundespräsidenten der BRD seit 1949? – Kein Problem!
Aber auch ganz kurze, selbst erdachte Geschichten können dabei helfen, uns Zahlenreihen oder Aufzählungen leichter zu merken. „Noch besser ist es, wenn Sie Ihre Geschichten mit Orten oder auch Körperstellen verknüpfen“, so Klara Hochmuth. „Und es ist tatsächlich so: Je abwegiger die ausgedachte Geschichte ist, desto besser können Sie sich diese merken!“ Ein Beispiel lieferte die Gedächtnistrainerin auch gleich prompt mit den 12 Bundespräsidenten der BRD. Von den Füßen bis zum Kopf wurde jedem Präsidenten eine Körperstelle samt Geschichte zugeteilt („Wenn wir krank sind und der Hals kratzt ist die Stimme rau. Der Hals steht also für Johannes Rau!“). Und tatsächlich schaffte es das Publikum innerhalb kürzester Zeit vorwärts und sogar rückwärts alle Bundespräsidenten der Reihe nach aufzuzählen.

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Mit Bewegung geht vieles leichter, auch das Lernen.

Um es am Ende nicht zu vergessen: Der kurzweilige und informative Seniorennachmittag wurde von der kfd Notzing organisiert. Vorsitzende Ursula Gröppmair und ihre Damen-Crew übernahmen die Bewirtung und verwöhnten die Gäste mit selbstgebackenen Köstlichkeiten. Denn auch nach dem „Gehirnjogging“ gilt: Gutes Essen lässt alle Sorgen vergessen!

 

Für Sie berichtete Christine Hofer.

 

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