Bürgerversammlung Oberding

Kategorie: Veranstaltungen

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Auch Landrat Martin Bayerstorfer ließ es sich nicht nehmen, die Oberdinger Bürger persönlich über die Vorhaben des Landkreis Erding zu informieren

Rund 150 Interessierte waren dem Ruf der Gemeinde gefolgt und hatten sich am Donnerstag, den 13. November im Bürgerhaus Oberding eingefunden, um der Bürgerversammlung 2025 beizuwohnen. Bürgermeister Bernhard Mücke begrüßte alle Anwesenden. Im Anschluss daran ging es dann richtig los, Bürgermeister Mücke kam auf die Strukturentwicklung der Gemeinde Oberding zu sprechen. Demnach leben im Gemeindegebiet derzeit 6.783 Menschen (mit Haupt- und Nebenwohnsitz), nimmt man den Flughafen noch mit dazu, erhöht sich die Zahl auf 6.956. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen leichten Anstieg (ca. 60 Personen mehr). Mit 1.861 Bürgern stellt Oberding die größte Ortschaft innerhalb der Gemeinde, Schwaig folgt mit knapp 200 Einwohnern weniger auf Platz zwei, danach kommen dann Notzing (1.148), Aufkirchen (1.007), Niederding (755), Notzingermoos (238), Oberdingermoos (97) und Schwaigermoos (6). Bis zum Stichtag am 01. Oktober hielten sich die Geburten (36) und die Sterbefälle (33) im Jahr 2025 nahezu die Waage.

Der nächste Tagesordnungspunkt sah vor, dass Bernhard Mücke einige Zahlen sowie die dazugehörigen Einschätzungen aus dem Haushalt der Gemeinde bekanntgab. So liegt der planmäßige Gesamthaushalt im aktuellen Jahr bei 45.703.750,- Euro, wovon rund 33,5 Mio. dem Verwaltungsund knapp 12,2 Mio. dem Vermögenshaushalt zuzurechnen sind. Die Einordnung Mückes zu den Gewerbesteuereinnahmen der Gemeinde sah so aus, dass das Ziel für 2025 bei rund 16 Mio. Euro liegen würde, dieses werde man aller Voraussicht nach auch erreichen. Damit wäre es einmal mehr „ein gutes Jahr“, wobei Mücke nicht vergaß zu erwähnen, dass man damit noch ein ganzes Stück hinter den eingenommenen Geldern vor der Corona-Pandemie (ca. 30 Mio. jährlich) liegen würde. Und selbst im Vorjahr waren die Einnahmen aus der Gewerbesteuer mit mehr als 23 Mio. Euro deutlich höher, damals hätte dies aber v.a. an Nachzahlungen gelegen. Die 12,8 Mio. Euro, die Oberding anteilsmäßig als Kreisumlage ihrer Einnahmen an Erding abführen muss, bezeichnete das Gemeindeoberhaupt als „stattlichen Brocken“. Grundsätzlich zeigte sich Mücke mit dem Haushalt aber sehr zufrieden, die Gemeinde wäre schuldenfrei und könne sich ihre Ausgaben leisten, außerdem hätte man noch immer genügend Rücklagen, auf die man im Notfall jederzeit zurückgreifen könne. Um das mittelfristige Ziel von rund 20 Mio. Euro Gewerbesteuereinnahmen pro Jahr erreichen zu können, sähe die Planung der Gemeinde eine sinnvolle Erweiterung der Gewerbegebiete vor. Aber auch schon jetzt läge man mit der Steuerkraft pro Einwohner auf Rang eins im Landkreis Erding. Dies und der Umstand, dass heuer insgesamt stolze 3,2 Mio. Euro den Oberdinger Vereinen als Förderung zukommen, stützen damit Mückes These, dass die Gemeinde Oberding „finanziell auf gesunden Füßen steht“.

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Danach erfuhren die Anwesenden, was die Gemeinde in Bezug auf Bauvorhaben plane: Das Baugebiet Schwaig, östlich Werkstraße umfasse insgesamt 17 Parzellen (9 Einzelhäuser, 8 Doppelhaushälften), wovon die Gemeinde 9 Parzellen (5 Einzelhäuser, 4 Doppelhaushälften) erhalte. Im Aufkirchner Baugebiet (östlich Eichenring) sei man noch nicht ganz so weit, hier habe erst kurz vorher die „Frühzeitige Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung“ geendet, jetzt werde zeitnah der Bebauungsplan im Gemeinderat besprochen, anschließend erfolge dann die Auslegung, so dass evtl. im Herbst 2027 mit der Vergabe der Grundstücke begonnen werden könne. Von den insgesamt 44 Parzellen soll die Gemeinde dort 8 Einzelhäuser und 18 Doppelhaushälften erhalten. Für das geplante Baugebiet Notzing, westlich der Dorfen wurde der Aufstellungsbeschluss gefasst, lt. Bebauungsplan Nr. 92 seien hier 11 Parzellen geplant. Im Schwaiger Gewerbegebiet Hallbergmooser Straße – Mauthner Straße dagegen wären die gewerblichen Nutzflächen inzwischen teilweise schon an Firmen und Einzelunternehmen vergeben. Dann kam Bürgermeister Bernhard Mücke auch auf den Bahnhof und das dazugehörige Park + Ride-Gelände in Schwaig zu sprechen. Obwohl die Baustelle bereits begonnen habe und wahrscheinlich schon im kommenden Jahr fertiggestellt werden könne, sah sich Mücke derzeit nicht in der Lage, eine verbindliche Aussage in Bezug auf den Zeitrahmen der Inbetriebnahme zu treffen. Der Grund dafür liegt wohl darin, dass ein gebauter Tunnel, der für den Ringschluss der S-Bahn nach Erding genutzt werden sollte und bereits vor ca. 20 Jahren vorausschauend errichtet worden war, jetzt nicht mehr den aktuellen Brandschutzanforderungen entsprechen würde. Da der Tunnel aber bislang auch noch nie genutzt wurde, gelte für ihn auch nicht die Sonderregelung des Bestandschutzes, auf die sich beispielsweise deutlich ältere Tunnel berufen könnten, die seit Jahren in Betrieb sind. Hinzu käme freilich auch der Umstand, dass das Gelände des ehemaligen Fliegerhorsts in Erding zukünftig wieder militärisch genutzt werden soll, weshalb die Stadt nun andere Flächen für den Ausbau benötige. Alles in allem sei die Situation ziemlich kompliziert, was das den Bürgermeister dazu veranlasste, den Bürgern zu erklären, dass aktuell einfach keine sinnvolle Zeitaussage möglich sei, weil die „Bahn es selbst auch nicht weiß“. Mücke informierte die Menschen im Saal darüber hinaus auch noch darüber, dass es innerhalb des Gemeinderats aktuell einen Arbeitskreis gäbe, der sich mit dem Ausbau der Radwege befasse, so dass zukünftig eine sichere Anbindung an den Airport sowie den Bahnhof für Fahrräder gewährleistet werden könne.

In Bezug auf den Ausbau des Nahwärmenetzes erklärte Bernhard Mücke, dass für das Jahr 2026 keine Preiserhöhungen vorgesehen seien, d.h. Grundpreis (29,80 Euro netto pro kW Anschlusswert) und Arbeitspreis (5,89 Cent netto pro kWh) bleiben weiterhin bestehen. Außerdem sei eine Ausdehnung des Versorgungsgebiets geplant, Berg-, Werk- und Dorfenstraße in Schwaig sollen im kommenden Jahr noch weiter ausgebaut werden. Lt. Bürgermeister sei auch eine noch flächendeckendere Versorgung gewünscht, allerdings müsse dafür zuerst der geplante Bau eines Pufferspeichers erfolgen. „Im Idealfall erfolgt diese Maßnahme 2026“, so Mücke zuversichtlich.

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Im nächsten Tagesordnungspunkt kam Bernhard Mücke dann auf eine Neuerung innerhalb der Gemeinde zu sprechen: Zusammen mit dem Landkreis Erding habe man beschlossen, einen Familienstützpunkt einzurichten. Ziel dieser Institution sei es, Themen rund um die Familie zu behandeln und bei Bedarf Hilfestellungen zu geben, teilweise mit psychologischem Beistand. Außerdem soll der Familienstützpunkt ein Ort der Begegnung werden, in dem auch Kurse (z.B. Erste Hilfe) oder wöchentliche Treffen von Mutter-Kind-Gruppen stattfinden. Als Ziel gab Mücke aus, dass wöchentlich ca. 20 Stunden angeboten werden, in diesem Punkt dankte der Bürgermeister speziell auch Herrn Deschu, der in seiner Funktion als Rektor der Grund- und Mittelschule sofort mit an Bord war und einen Raum innerhalb seiner Lehranstalt als Büro zur Verfügung gestellt hatte. Auch das Thema Carsharing sprach Bernhard Mücke an. So erfuhren die Bürger, dass inzwischen beide Carsharing-Autos angeschafft worden wären, die Standorte seien in Oberding am Seniorenzentrum geplant sowie am Dorfplatz in Schwaig errichtet. Sollte das Projekt ähnlich gut angenommen werden wie an anderen Standorten, könnte man zukünftig noch weitere Fahrzeuge anschaffen. Zuletzt lobte das Gemeindeoberhaupt noch die sich über das ganze Jahr 2025 erstreckenden Aktionen zur Deanga 1275 Jahr-Feier, neben allen Helfern bedankte Mücke sich speziell auch bei seinem Bürgermeister-Kollegen Anton Nußrainer, den er als „Vater dieser Aktion“ betitelte. Stolz hob Mücke die Besonderheit und den Aufwand hervor, den ein über einen so langen Zeitraum laufendes Event erfordere, „herausragend“ sei das Engagement aller Beteiligten gewesen. Abschließend versprach Bernhard Mücke noch ein großzügiges Helferfest, das im kommenden Jahr stattfinden soll und mit dem die Gemeinde sich bei allen Unterstützern bedanken möchte. Auf der Suche nach freiwilligen Helfern ist lt. Bürgermeister auch der die Nachbarschaftshilfe e.V., diesem tollen Verein fehle es derzeit an Nachwuchs.

Im Anschluss an den Bericht des Bürgermeisters trat noch Landrat Martin Bayerstorfer vor das Mikrofon. Zuerst kam er auf die von Bernhard Mücke angesprochene Kreisumlage zu sprechen, wobei er versicherte, dass auch er sich wünschen würde, „dass es auch anders funktionieren würde“. Da aber letztendlich nur ca. 30 Prozent der Umlage beim Kreis verbleiben würden, wären ihm auch die Hände gebunden. Dann erklärte Bayerstorfer noch, an welchen Stellen der Landkreis Erding das ihm zur Verfügung stehende Geld ausgeben würde. Einer der größten Kostenverursacher ist lt. Landrat dabei die die medizinische Versorgung der Landkreisbürger. Besonders Notaufnahme und Geburtshilfe wären reine Zuschussabteilungen, aber in Bayerstorfers Augen trotzdem unverzichtbar. „Wir wollen uns diesen Service weiterhin leisten“, so das Landkreisoberhaupt, der im selben Zug auch noch angab, dass allein die Ausgaben für das Klinikum Erding ein jährliches Minus von ca. 14 Mio. Euro verursachen würden. Nachdem Martin Bayerstorfer noch kurz die Erhöhung der Müllgebühren (steigen um ca. 15 %) und die für das Jahr 2026 geplante Sanierung der Berufsschule in Erding angesprochen hatte, endete der Bericht des Landrats, so dass Bürgermeister Bernhard Mücke die Versammlung gegen 21:00 Uhr beschließen konnte.

Für Sie berichtete Robert Hellinger.

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