Ein grünes Juwel mit Geschichte
Die Streuobstwiese in Notzing ist ein lebendiges Zeugnis regionaler Natur- und Kulturgeschichte. Die rund 2.000 Quadratmeter große Wiesenfläche am Ortsrand von Notzing blickt auf eine bewegte Geschichte zurück und ist heute ein bedeutendes Stück gelebter Heimatpflege. Das Grundstück, das der Uniper SE gehört – ehemals bekannt als Bayernwerk – wird seit 1998 vom Gartenbau- und Verschönerungsverein Notzing e.V. liebevoll gepflegt. Unter der damaligen Leitung von Herrn Bert Gassner wurde das Projekt ins Leben gerufen. Seither prägen 22 Apfelbäume und eine Zwetschge das Bild der Wiese – viele davon von einzelnen Familien aus dem Ort gepflanzt und betreut. Insgesamt 18 Besitzer haben sich hier zusammengefunden, um gemeinsam für den Erhalt der Obstwiese zu sorgen.
Die Geschichte des Areals reicht jedoch noch weiter zurück: Bereits 1993 wurde am Rand der heutigen Wiese ein Wegkreuz eingeweiht – ein Zeichen des Glaubens und der Dankbarkeit. In diesem Zuge wurden zwei Bäume gepflanzt und eine Ruhebank aufgestellt, die bis heute als beliebter Ort der Entspannung dient.
Die Streuobstwiese ist mehr als nur eine grüne Fläche – sie ist Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, Lernort für junge Naturliebhaber und Treffpunkt für engagierte Bürger. Nur gemeinsam kann dieses wertvolle Stück Kulturlandschaft für zukünftige Generationen bewahrt werden.
Die beiden ersten Klassen der Grundschule Oberding engagierten sich hier im Sommer unter der Leitung von Herrn Anton Hartshauser als kleine Forscher auf der Suche nach Blumen und Kräutern, wie z.B. das Mädesüß, das bei rheumatischen Erkrankungen verwendet werden kann, die Wiesen-/Ackerwitwenblume, die ihre Heilkräfte bei chronischen Hauterkrankungen, Husten und Halsleiden entfaltet oder der gewöhnliche Blutweiderich, der im 16.Jahrhundert sowohl zum Gerben von Leder als auch zum Imprägnieren von Holz und Seilen hergenommen wurde und den vor allem auch die Wildbienen sehr gerne aufsuchen. Die Kinder erstellten Schaubilder mit den abgepflückten Pflanzen, die sie anschließend stolz mit in die Schule nahmen und ausstellten.
Im Herbst dürfen die Kinder als „Erntehelfer“ noch einmal die Streuobstwiese besuchen, einen Teil der inzwischen reif gewordenen Äpfel ernten, pressen und anschließend bei einer gemütlichen Brotzeit den frischen Saft genießen. Vielen herzlichen Dank Herrn Hartshauser für seinen Einsatz und die gelungenen „Unterrichts“- Stunden in der freien Natur.
Für Sie berichtete der Oberdinger Kurier.















