Das Ferienprogramm der VG Oberding-Eitting begeistert mit Vielfalt

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Beim Ferienprogramm auf dem Stemmer-Hof dreht sich alles um die Kartoffel – von der Ernte bis zu den selbstgemachten Pommes.

Wo Sommerferien zu Abenteuern werden

Einmal Baseball spielen, die Erdinger Polizeidienststelle von innen sehen, Alpakas aus nächster Nähe erleben oder beim Pizzabacken selbst den Teig kneten – das Ferienprogramm der Verwaltungsgemeinschaft Oberding-Eitting bietet auch in diesem Jahr eine große Bandbreite an Möglichkeiten. Das Ferienprogramm ist allerdings weit mehr als reine Ferienbetreuung: die Kinder können Neues ausprobieren, eigene Interessen entdecken und Berufe, Vereine oder Hobbys kennenlernen.

92 Veranstaltungen voller Abwechslung
Insgesamt 92 Veranstaltungen bot das Ferienprogramm der Verwaltungsgemeinschaft Oberding- Eitting direkt vor der Haustür an. Bereits zum 23. Mal stellten die Gemeinden Oberding und Eitting das Programm auf die Beine. 376 Kinder nahmen teil und besuchten im Durchschnitt rund drei Veranstaltungen. Die Zahl der Buchungen pro Kind steigt seit Jahren leicht an. Während anfangs vor allem Vereine das Programm gestalteten, beteiligen sich inzwischen auch gewerbliche Anbieter. Der ursprüngliche Charakter des Ferienprogramms soll dennoch erhalten bleiben. „Für uns ist jedes Programm ein Highlight, weil es unseren Kindern viele Möglichkeiten eröffnet“, erklärte Franziska Hilmer, Jugendreferentin und Gemeinderätin (CSU) der Gemeinde Oberding. Besonders beeindrucke das Organisationsteam die Vielfalt der Angebote und das Engagement der zahlreichen Ehrenamtlichen, Vereine und Veranstalter aus Oberding und Eitting. Das Angebot reichte von Bauernhof- und Wildparkausflügen über Graffiti-Workshops sowie Besuche bei Polizei und Feuerwehr bis hin zu Hip-Hop, Baseball oder Elektronikbasteln. Wie unterschiedlich diese Angebote sein können, zeigt sich bei einem Blick auf zwei Veranstaltungen des diesjährigen Ferienprogramms.

Vom Feld auf den Teller
Eines der Highlights waren auch in diesem Jahr die selbstgemachten Pommes und Chips auf dem Stemmer-Hof. Georg Stemmer, Gemeinderat (CSU) und Landwirt, zeigte den 30 Kindern zu Beginn verschiedene Kartoffelsorten, darunter mehlige und festkochende Kartoffeln, sowie Kartoffelprodukte wie Gnocchi, Kartoffelsalat und Knödel. „Man kann ja nicht nur Pommes aus Kartoffeln machen“, erklärte Stemmer. „Die Kinder können sich oft garnicht vorstellen, wie die Kartoffel angebaut wird und aus ihnen Chips hergestellt werden.“ Seit 2018 bietet der Landwirt mit seiner Frau Monika Stemmer das Ferienprogramm an, lediglich ein Jahr fiel es aufgrund der Corona-Pandemie aus. Nach der Einführung in die verschiedenen Kartoffelsorten ging es für die Kinder raus aufs Feld. Dort konnten sie selbst Kartoffeln ernten und mit eigenen Augen sehen, wo das Gemüse wächst. Einige Jahre blieb die Aktion dabei nicht trocken. „Ein paar Mal hat es geregnet“, erinnerte sich Stemmer. Als die Kinder damals gerade mit ihm auf dem Feld waren, setzte der Regen ein. Bis über die Gummistiefel seien sie voller Matsch gewesen. „Die Kinder sahen aus, aber hatten natürlich viel Spaß“, erzählte Stemmer lachend. Dieses Jahr konnten die Kinder, zum Glück für die Eltern, bei strahlendem Sonnenschein ernten. Anschließend wurden die Kartoffeln gewaschen und geschält. Beim Schälen, dem gefährlichsten Teil, unterstützten zusätzlich Lukas Kallinger und Laura Gruber. Danach übernahmen die Erwachsenen den heißesten Part: das Frittieren. Acht Minuten dauert ein Durchgang. Entsprechend groß sind die Augen der Kinder, die sich um die Fritteuse versammeln und ungeduldig auf das Ergebnis warten. Als etwas Rauch aufsteigt, kommentiert ein Junge lachend: „Das ist ja eine Pommes-Bombe.“ Und dann kommt die Frage, die sich während des Wartens offenbar nicht vermeiden lässt: Wann sind die Pommes endlich fertig? Am Ende bekommt jedes Kind reichlich Chips und Pommes – und kann das Ergebnis der eigenen Arbeit direkt probieren.

Geduld ist gefragt
Ruhiger ging es beim Filzen eines Sonnenfängers im Bürgerhaus Oberding zu. Sieben Kinder, darunter ein Junge, saßen dort zusammen und arbeiteten unter Anleitung von Sarah Neumeier. Ganz so schnell, wie man vielleicht denkt, geht das allerdings nicht. Aus der losen Filzwolle, Wasser und Seife entstehen durch Reibung und Druck kleine Kugeln. Wasser und Seife sorgen dafür, dass sich die Fasern miteinander verbinden. Für eine Kugel brauchen die Kinder mit etwas Übung etwa 15 bis 20 Minuten. „Als würde man eine Katze streicheln, die ist sonst beleidigt“, erklärt Neumeier und beschreibt damit, wie vorsichtig zunächst gerieben werden muss. Erst später darf mit mehr Druck gearbeitet werden, denn zu starkes Reben kann das Ergebnis ebenfalls beeinträchtigen. Die Kinder können dabei vieles selbst übernehmen. Nur beim Formen gibt es gelegentlich Unterstützung. Daraus entstehen später gemeinsam mit Glitzerkugeln und anderen Perlen die Sonnenfänger. Dass das einiges an Geduld verlangt, merken auch die Kinder. Doch dann ist der Sonnenfänger fertig – und spätestens als zwei Mädchen ihre Werke gegen das Licht am Fenster halten, ist all die Mühe vergessen: „Es glitzert.“ Welche Programmpunkte generell besonders beliebt seien, lasse sich kaum pauschal beantworten, sagt Hilmer. Eine Ausnahme gebe es allerdings: Die Angebote der Fischervereine aus Oberding und Eitting seien seit Jahren besonders gefragt und regelmäßig mit Wartelisten verbunden. Beim Ferienprogramm der Moosrainfischer Oberding konnten in diesem Jahr zwölf Kinder einen Vormittag lang an der Dorfen angeln. Nach dem gemeinsamen Fischen wurden die gefangenen Fische fachgerecht ausgenommen und vakuumiert, bevor es Wurst- und Käsesemmeln und zum Abschluss ein Eis gab. „Es freut uns besonders, dass wir immer wieder mitbekommen, wie Kinder neue Bereiche ausprobieren wollen“, erklärt Hilmer. Genau darum gehe es beim Ferienprogramm: Kindern die Möglichkeit zu geben, eigene Interessen zu entdecken und ohne Scheu Neues auszuprobieren.

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Monatelange Vorbereitung
Was viele Besucher an den Veranstaltungstagen gar nicht sehen: Hinter dem Ferienprogramm steckt monatelange Vorbereitung. Bereits kurz nach Ostern beginnen die Planungen. Gemeinsam koordinieren die Gemeinden Oberding und Eitting die zahlreichen Angebote und stimmen diese mit Vereinen, Ehrenamtlichen und weiteren Veranstaltern ab. „Wir haben, denke ich, die Interessen der Kinder weitläufig abgedeckt“, meint Hilmer. Gleichzeitig hätten sich die Erwartungen verändert: „Der Anspruch an die Programme ist wie bei Hobbys auch bei den Kindern schon gestiegen.“ Umso wichtiger sei es, ein abwechslungsreiches und gut durchdachtes Programm zusammenzustellen. Ferien für alle ermöglichen Trotz der großen Auswahl soll das Ferienprogramm für möglichst viele Familien erschwinglich bleiben. Die Gemeinden Oberding und Eitting unterstützen das Angebot finanziell und übernehmen einen Teil der Kosten. „Wir wollen das Ferienprogramm nicht kommerzialisieren“, betont Hilmer. Höhere Teilnahmegebühren entstünden dort, wo etwa aufwendige Materialien oder eine besonders intensive Betreuung erforderlich seien. Auch bei Vereinsangeboten fielen Kosten an, beispielsweise für Material oder eine Brotzeit. Gewinne stünden dabei jedoch nicht im Vordergrund. Vielmehr handele es sich meist „eher um eine Art Aufwandsentschädigung“. Ziel sei es, dass kein Kind aus finanziellen Gründen auf eine Teilnahme verzichten müsse. Gleichzeitig versucht das Organisationsteam, die Angebote zeitlich so zu planen, dass sie sich gut mit dem Familienalltag vereinbaren lassen und auch berufstätige Eltern entlasten.

Ein Gemeinschaftsprojekt
„Das Ferienprogramm zeigt, wie lebendig unsere Gemeinschaft ist: Kinder können Neues erleben, Vereine öffnen ihre Türen, und der Sommer wird zu einer Zeit, in der man miteinander ins Gespräch kommt und sich begegnet“, fasst Hilmer zusammen. Mit dem diesjährigen Ferienprogramm ist das erneut gelungen. Für die Kinder bleiben damit nicht nur abwechslungsreiche Ferientage, sondern vielleicht auch neue Interessen und Erinnerungen, die über den Sommer hinausreichen.

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Angelglück an der Dorfen: Zwölf Kinder waren beim Ferienprogramm der Moosrainfischer Oberding mit dabei.

Beim Filzen eines Sonnenfängers ist Geduld gefragt.

Mit Bürsten und viel Wasser geht es den Kartoffeln an den Dreck und nach dem Schälen und Frittieren ist der Höhepunkt erreicht: Die selbstgemachten Pommes und Chips werden an die wartenden Kinder verteilt.

Für Sie berichtete Ramona Höllerer.

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