Dreimal 150 Jahre Vereinsleben in der Gemeinde Oberding

Kategorie: Veranstaltungen

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Ein Prosit auf eine gelungene Festwoche.

Das Stichwort ist: EINZIGARTIG

Wenn der Feuerwehrverein, der Krieger- und Soldatenverein und die Schützengesellschaft Eustachia, gemeinschaftlich ihre je 150 Jahre Jubiläen feiern, dürfen auf dem Weinfest zum Auftakt der Festtage, die Korken schon einmal knallen. Zugegebenermaßen verursacht der Rebensaft wohl eher ein „Plopp“ und weicht zudem recht schnell dem „Zisch“ einer gepflegten Mass, aber das interessiert im Zelt mit Platz für rund 1.500 Durstige und im angrenzenden Biergarten mit 400 weiteren Plätzen wirklich niemanden. „Wein in einem Bierzelt passt“, meint Johannes Sandtner, Festausschuss-Vorsitzender und Erster Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Oberding, gut gelaunt am Tag des denkwürdigen Ereignisses. „Wir sind wirklich sehr zufrieden. Die Erwartungen haben sich in jedem Fall erfüllt, wenn nicht sogar übertroffen. Aber wir hatten schon bei den Voranmeldungen der Vereine das große Interesse gemerkt. Überall haben wir gehört, wie gut es ist, dass jetzt endlich wieder was geht.“

Es passt
Die gemeinsame Festwoche zeige, „was die allergrößte Errungenschaft ist: eine funktionierende Dorfgemeinschaft“, stellt Bürgermeister Bernhard Mücke in der „Bibel der Festtage“, auch Festschrift, „3×150 Jahre“ fest. Landrat Martin Bayerstorfer hebt die Besonderheit für die Gemeinde Oberding hervor: „Das sind drei Mal eineinhalb Jahrhunderte, in denen die Mitglieder das Leben in Oberding geprägt und gestaltet haben.“ So habe die Feuerwehr in „Abertausenden von Einsätzen“ Dienst an ihren Mitbürgern geleistet. Der Schützenverein biete sportliche Betätigung und sei zugleich „Symbol für Tradition und Brauchtum“. Als „Mahner für den Frieden“ widme sich der Krieger- und Soldatenverein der „Pflege von Kameradschaft“.

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Blick in die Vergangenheit

Über 60 Vereine zählt die „typisch altbayerischen Landgemeinde“, in der sich die Spuren der Vergangenheit bis in die Jungsteinzeit zurückverfolgen lassen. Vom Moment ihrer Gründung, kümmern sie sich um die sportlichen, kirchlichen und sozio-kulturellen Interessen der Einwohner. 1872 ist die Zeit nach dem deutsch-französischen Krieg 1870 und 1871, unter Bevölkerung herrscht damals eine allgemeine Aufbruchsstimmung und Patriotismus. Wahrscheinlich sind es Kriegsveteranen, die im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, im Oktober die erste Feuerwehr in Oberding gründen. Einen Monat zuvor schließen sich andere zu einem „Kriegerverein“ zusammen, um ihren gefallenen Freunden und Familienmitgliedern zu gedenken. Etwa im gleichen Zeitraum entsteht die Schützengesellschaft Eustachia im Alten Wirt. Treffsicher widmet sich der Verein zusätzlich dem Theaterspielen. „Es ist wirklich sehr besonders, dass in einem Jahr drei Vereine des Ortes jeweils 150 Jahre feiern“, betont Sandtner

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Feiern ohne Ende

Die Oberdinger und ihre Gäste wissen das ganz offenbar zu schätzen. Nach zwei Jahren „nix geht“ begießen sie fesch „aufgebrezelt“ in Dirndl und Lederhose die Jubiläen ausgiebig und reichlich, frei nach dem Leitspruch: „Oane is´ koane“. „Bereits am ersten Tag war das Fest sehr gut besucht, und am Donnerstag, dem Familiennachmittag, noch besser, obwohl es zunächst, oberflächlich betrachtet, anders aussah“, zieht Sandtner Bilanz. „Aber das riesige Zelt und das große Gelände vermitteln das schnell, weil sich die Leute sehr verteilen. Ein echtes Highlight war draußen der Biergarten.“ Kein Wunder: bei „echtem Kaiserwetter“ unter freiem weiß-blauen Bilderbuchhimmel ist ein Hopfenkaltschalengetränk schließlich erst richtig süffig: „Wir hatten außerdem viele Schirme, deshalb waren die Plätze immer zuerst weg“, kommentiert Sandtner. Den Glanzpunkt des Feier-Marathons allerdings setzt der Sonntag, erinnert sich Johannes Sandtner begeistert: „Obwohl es eine Hitzeschlacht war, kamen Vertreter von rund 90 Vereinen. Der Zug war bestimmt einen Kilometer lang, das war gigantisch und das hat man sicherlich schon lang nicht mehr gesehen.“

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Oberdinger_Festwoche

Für Sie berichtete Manuela Praxl.

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