Viele kommen, weil einer geht…

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Verabschiedung von Pfarrer Philipp Kielbassa im Niederdinger Bürgerhaus

Es ist ein Skandal! Kein Skandal im Sperrbezirk, sondern „ein Skandal im Pfarrverband“. So betitelten die Mitarbeiterinnen der vier Kinderhäuser und die Mitarbeiterinnen aus dem Pfarrbüro den Abschieds-Song, den sie an diesem Sonntagvormittag auf der Bühne im Niederdinger Bürgerhaus zum Besten gaben. Ihr scheidender Chef, Pfarrer Philipp Kielbassa, nahm es mit Humor. Wenngleich so manche weggewischte Freudenträne vielleicht eine kleine Abschiedsträne war…
Doch drehen wir das Geschehen kurz um zwei Stunden zurück.

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Der letzte Gottesdienst

„Thomas Gottschalk hat gestern Abend die letzte Folge von ´Wetten, dass…?´ungewohnt pünktlich zu Ende moderiert. Ungewohnt pünktlich hat heute mein letzter Gottesdienst hier als Pfarrer begonnen“ – mit diesen Worten begrüßte der Seelsorger die zahlreichen Gottesdienstbesucher. In seiner Abschiedspredigt blickte er zurück auf seine Zeit im Pfarrverband; auf die guten und auf die weniger guten Momente. Nicht alles sei einfach gewesen, doch diese Erfahrung hätte ihn gestärkt. „Ich bin dankbar für alles.“ Der laute Applaus am Ende des Gottesdienstes zeigte einmal mehr, dass Pfarrer Kielbassa mit seiner gewohnt starken Wortwahl und Ausdrucksweise einfach gut bei den Gläubigen ankommt. Ein Kirchenzug – angeführt von den Fahnenabordnungen der kirchlichen Vereine und den drei Musikern Jakob Beil (Gitarre), Felix Stangl (Akkordeon) und Tom Kressierer (Tuba) – nahm sein Ende am Eingang des Niederdinger Bürgerhauses, wo über 70 Ministrantinnen und Ministranten Spalier standen, als Pfarrer Philipp Kielbassa das Bürgerhaus betrat.

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Eine beeindruckende Bilanz

Drinnen, bei Sekt und Häppchen, fanden sich über 300 Gäste ein. Pfarrer Philipp Kielbassa hatte gut damit zu tun, Hände zu schütteln, Rosen entgegenzunehmen oder mit dem stets wechselnden Gegenüber anzustoßen. Pfarrverbandsratsvorsitzender Klaus Fuchs ließ die letzten 10 Jahre Revue passieren und zog eine beeindruckende Bilanz: Über 400 Taufen, gut 70 Trauungen und 360 Beerdigungen – „oben drauf kommen noch die Erstkommunionfeiern und die Firmfeiern während der Corona-Pandemie.“ Fuchs lobte die super tolle Zusammenarbeit und die Predigten, die stets sinnhaft und gut verständlich waren. „Besonders die Faschingspredigten in Reimform werden uns alle in Erinnerung bleiben.“ Verbundspfleger Hans-Joachim Magura schloss sich der Meinung von Klaus Fuchs an. Auch er blickte nur mit lobenden Worten auf die gemeinsame Zeit zurück. Die Ministranten aus dem Pfarrverband hatten für ihren Pfarrer ein selbstgebasteltes Büchlein gestaltet, dass stellvertretend von Andrea Kaiser übergeben wurde. Die Damen der kfd-Ortsgruppen waren gleichermaßen im Vorfeld kreativ. Eine gebastelte Berglandschaft samt einem Gutschein für die Zugspitzbahn präsentierte die Niederdinger kfd-Chefin Christine Viechter und ihre Amtskolleginnen auf der Bühne des Bürgerhauses.

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Vom Trauzeugen zum Herr der Spülmaschine

Bürgermeister Bernhard Mücke ließ bei seinen Abschiedsworten durchblicken, dass sich Gemeinde und Kirche nicht in allen Dingen immer einig waren. Auch er lobte die immerzu hervorragende Zusammenarbeit, auch im Namen seines Eittinger Amtskollegen Reinhard Huber. Und weil Pfarrer Kielbassa der Trauzeuge von Bernhard Mücke war, fügte er an: „Vielleicht hätte ich mich ohne ihn gar nicht getraut, ja zu sagen.“ Seine Frau Birgit quittierte diese Überlegung nur mit einem kurzen Lacher. Bei der Abschiedsrede von KiTa-Verwaltungsleiterin Andrea Peis kamen einige unbekannte Seiten von Pfarrer Kielbassa ans Licht. Dass er im Pfarrhaus stets für Ordnung sorgte, war zwar den meisten bekannt. Dass er aber als „Herr der Spülmaschine“ unablässig Tassen, Gläser, Teller und Besteck nach strenger Norm einsortierte, war vielen neu. „Entschuldigung, aber das musste ich sagen“, meinte Andrea Peis mit einem entschuldigenden Lächeln. Nicht nur an dieser Stelle kam es klar zur Geltung: Den Mitarbeitern ist ihr Chef in den vergangenen Jahren ans Herz gewachsen. Doch der ist nun weg. Womit wir wieder beim Skandal angelangt wären.

Für Sie berichtete Christine Hofer.

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