Ein Prosit auf den Römerbaum: (v.li) 3. Bgm Franz Schwaiger, 1. Bgm Bernhard Mücke, Michael Miesbauer (Vorstand Moosmotor) Bernhard Buckler und Andreas Huber (Stiftungsvorstände Begegnungszentrum Rom)
Der Moosmotor und sein Römerbaum
Wenn vom Erzbischöflichen Ordinariat die Anfrage kommt, ob man nicht auf Wunsch von Kardinal Reinhard Marx einen Maibaum für das Begegnungszentrum der Erzdiözese in Rom bereitstellen könne – da sagt man nicht Nein! Selbstverständlich war man beim Moosmotor e.V. gern dazu bereit, den Wunsch nach einem Maibaum für die Casa Santa Maria Patrona della Baviera zu erfüllen, auch wenn man im Verein derzeit alle Hände voll zu tun hat mit der Vorbereitung des Jubiläums und der Fahnenweihe im Juni. „Wir fühlen uns geehrt!“ sagt Michael Miesbauer, Vorstand vom Moosmotor.
Ein passender Baum wurde gefunden, geschlagen und gelagert. Doch dann geschah, was eigentlich der Schrecken aller Maibaumwächter ist, der Baum wurde gestohlen! Allerdings hat das die Mitglieder vom Moosmotor keineswegs so aufgeregt, wie man vermuten könnte. Der Grund für ihr lockeres Umgehen mit dem Diebstahl war nämlich, dass die Maibaumräuber, die extra dafür aus Inning am Ammersee nach Schwaig kamen, den falschen Baum aufgeladen hatten, es war lediglich der „Übungsbaum“. Das 15 m lange Original lag zu diesem Zeitpunkt noch gut versteckt im Wald.
„Der Maibaum bringt d’Leit zamm“ findet Michael Miesbauer, „und die Kirche tut das auch“ und deshalb sieht er den „Römerbaum“ aus Schwaig als Symbol für Gemeinschaft und Zusammenkommen. Am 26. April fand im Heiglhof eine große Abschiedsfeier für den Maibaum statt. Rund 230 Gäste fanden sich ein, einige Fässer Augustiner wurden angezapft und es gab Gutes vom Grill. Der reisefertige Baum lag in seiner ganzen Pracht für alle sichtbar in der Scheune und wurde entsprechend bewundert. Allerdings ging man kein Risiko ein und so wurde er auch dort gut bewacht.
Die Casa Santa Maria ist ein Haus, das seit zehn Jahren als Zentrum der Begegnung dient, in dem Gäste aus verschiedenen Ländern und unterschiedlichen Religionen zusammenkommen. Andreas Huber und Benedikt Buckler, beide sind Stiftungsvorstände des Begegnungszentrums, brachten ihre Freude und den Wunsch zum Ausdruck, dass der Baum das traditionelle Leben aus Schwaig nach Rom tragen soll.
In der Scheune wurde er von allen bewundert und bestaunt – der „Original“ Maibaum der bald seine Reise nach Rom antritt.
Andreas Huber, erklärte in seinem Grußwort die Besonderheiten dieses Baums, der sich in seinem Aussehen deutlich von dem gewohnten Anblick der bayrischen Maibäume abhebt. „Er soll zum Haus passen und sich harmonisch in die Umgebung einfügen“ erklärte er, „deshalb wurde er nicht weiß-blau bemalt, sondern bleibt roh.“ Auch die Schilder – sie sind aus Cortenstahl und wurden von der Firma Huber Technik in Erding angefertigt – unterscheiden sich von den üblichen. Sie zeigen das Wappen des Bistums Rom und das Wappen des jetzigen Bischofs von Rom Papst Leo XIV., dann das Wappen der Erzdiözese München und Freising und die Patrona Bavaria, das Logo der Casa Santa Maria und das Symbol für die Schwestern, die das Haus betreuen. Die Spitze zeigt den Hl. Korbinian, Gründer der Diözese und Patron der Kirche in Schwaig.
Bürgermeister Bernhard Mücke nutzte die Gelegenheit, um noch einmal auf den Diebstahl des Maibaums zurückzublicken und seine Anerkennung zum Ausdruck zu bringen: „Hund sans scho beim Moosmotor…“ und er lobte den Verein, weil alle seelenruhig zugeschaut haben, als der falsche Baum gestohlen wurde.
Am nächsten Tag wurde der Römerbaum in den großen Anhänger verladen, um am Sonntagabend auf die Reise nach Rom zu gehen. Folgen werden ihm demnächst im Flugzeug rund 50 Personen aus Schwaig, darunter natürlich vor allem diejenigen, die den Baum im Rahmen einer Maiandacht aufstellen werden, sowie der 1. und der 3. Bürgermeister nebst Gattinnen und einige Gemeinderäte.
Musikalisch umrahmt wurde diese ganz besondere Maibaumwache von der „Augustiner Brass“, einer Blaskapelle, die – verstärkt mit weiteren Musikern und Sängerinnen – ebenfalls mit nach Rom fliegen und dort die Maiandacht sowie einen Gottesdienst gestalten wird.
Für Sie berichtete Maria Schultz.












