Abschluss-Runde vor der Pfarrkirche St. Johann Baptist in Eching
Pilgern am Landshuter Höhenweg
Gleich zum Beginn der Wanderung stellte Diplomtheologin und Pilgerbegleiterin Petra Altmann klar. „Es geht nicht um die sportliche Herausforderung. Es geht vielmehr darum, sich Zeit für sich selbst zu nehmen, zur Ruhe zu kommen, ganz bei sich zu sein.“ Um den 20 Teilnehmern genau dieses Gefühl der inneren Ruhe zu vermitteln, wählten Petra Altmann und Gemeindereferentin Claudia Dorfner für die Pilgertour eine ganz besondere Route aus. Belohnt wurden die Pilger mit atemberaubenden Ausblicken auf das idyllische Isartal.
Über die Felder, Wiesen und Wälder
Etwa neun Kilometer lang war der Rundweg, den die beiden Gruppenleiterinnen an diesem Samstag für die Teilnehmer geplant hatten. „Unser Weg ist ein Teil des Landshuter Höhenwanderwegs“, erklärte Claudia Dorfner. Und dieser hat nicht nur optisch, sondern auch historisch einiges zu bieten. Denn immer wieder erzählen keltische Überreste, die unsere Vorfahren für die Nachwelt hinterlassen haben, von der über 7.000-jährigen Besiedlungsgeschichte hier im niederbayrischem Raum. Nach einem anfänglichen kurzen Aufstieg führte die Pilgerroute über saftig grüne Wiesen und Felder durch kurze Waldstücke zum ersten Etappenziel – der Filialkirche Sankt Ulrich in Tiefenbach. Dieses außergewöhnliche Gotteshaus ist nur über eine steile und kurvige Straße oder aber über eine Treppenanlage mit rund 180 Stufen erreichbar. „Sozusagen als Pendant gibt es genau auf der gegenüberliegenden Seite des Isartals eine weitere Kirche, die Georgskirche in Eugenbach“, zeigte Petra Altmann auf. Früher standen anstelle der beiden Kirchen Burganalgen auf den Isarhangleiten. „Sicherlich eine gute Position, um die Handelsreisenden, die sich ihren Weg unten durch das Tal bahnten, gut im Blick zu haben.“
Reden ist Silber, Schweigen ist Gold
Immer wieder wurden einzelne Wegstrecken im Schweigen zurückgelegt. Und tatsächlich war es gerade dieses Schweigen, dass die Pilger am Ende der Tour als beste Erfahrung bewerteten. „Es ist ungewohnt, in einer Gruppe unterwegs zu sein, und dabei nicht über Gott und die Welt zu plaudern. Aber gerade in dieser Stille spürte ich die Verbindung zu den anderen noch viel mehr“, berichtete eine Teilnehmerin. Diese Aussage bestätigten auch andere Pilger, als sie den Wander-Vormittag Revue passieren ließen. Angekommen am Endpunkt der Pilgertour, der Pfarrkirche Sankt Johann Baptist in Eching, war so mancher Wanderer auch ein bisschen Stolz darauf, die doch etwas längere Wegstrecke ganz ohne Blessuren überstanden zu haben. Einen passenden Ausklang fand die Wandergruppe schließlich auf der Terrasse des Gasthauses „Forster am See“.
Ich bin dann mal weg!
Ein 2006 erschienener Reisebericht „Ich bin dann mal weg!“ des Entertainers Hape Kerkeling sorgte für einen wahren „Boom“ deutscher Pilger auf dem spanischem Jakobsweg, der im Wallfahrtsort Santiago de Compostela endet. Gar von einem sogenannten „Kerkeling-Effekt“ war damals die Rede. Doch auch schon viel früher zogen Pilgerströme durch Europa. Martin Luther soll seinerzeit mit dem „Geläuf“ wenig einverstanden gewesen sein und mutmaßte, die Wanderung durch Spanien führe nicht näher zu Gott, sondern nur zu einem dubiosen Ziel. Doch muss es immer Spanien sein? „Es gibt so viele wunderbare Pilgerwege direkt vor unserer Haustüre“, findet auch Petra Altmann. Und Claudia Dorfner ergänzt: „Wir haben uns fest vorgenommen, auch im kommenden Jahr wieder über den Pfarrverband Erdinger Moos eine Pilgertour anzubieten!“ Wohin ist noch unklar. Sicherlich nicht allzu weit, aber mit Sicherheit weg!
Für Sie berichtete Christine Hofer.












