Mittelschüler feiern Abschluss

Kategorie: Schulen

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Schulleiter Johann Deschu (li.) und Michael Tischner (Lehrer Abschlussjahrgang, re.) sind „extrem stolz“ auf die Leistung der Schüler

Mit dem „Quali“ in eine gute Zukunft

Neun Jahre können sich sehr, sehr lang anfühlen, vor allem in einem Klassenzimmer sitzend, während Lehrer jahraus und jahrein versuchen Lerninhalte zu vermitteln, die gerade „so überhaupt nicht“ angesagt sind. Manchen aber, ist die Zeit nicht lang genug. Es gibt Schüler, die trotz ihres erfolgreich bestandenen Qualifizierenden Hauptschulabschlusses an der Mittelschule Oberding, weiter die Schulbank drücken wollen, wie Lucia Schiller (15) und Antonia Heinz (18). Die beiden sind Jahrgangsbeste mit einem Notenschnitt von je 1,3. „Ich möchte in zwei Jahren meine mittlere Reife machen“, sagt Lucia. Ob sie danach eine Ausbildung anschließt, weiß die fleißige Absolventin noch nicht: „Ich will mir einfach sicher sein, dass mir ein Beruf gefällt. Vielleicht mache ich auch mit der FOS weiter, ich lasse es einfach auf mich zukommen.“ Die volljährige Antonia Heinz ist bereits einen Schritt weiter in ihren Überlegungen: „Ich kam von der Realschule hierher und mache jetzt den M-Zweig, um die Mittlere Reife zu machen, dann wird es sehr wahrscheinlich in die Rochtung Informatik gehen.“ Auch die dritte im Bunde mit Topdurchschnitt (1,5), Annalena Böhm (15), hat sehr konkrete Pläne für ihre Zukunft: „Ich werde Fluggerätemechanikerin bei der MTU in München.“

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Nicht für die Schule, sondern fürs Leben

Von 27 Schülern der neunten Klasse, haben 22 ihren „Quali“ in der Tasche: „Das ist eine wirklich erfolgreiche Quote von 92 Prozent“, stellt Schulleiter Johann Deschu sichtbar auf der Abschlussfeier, die erstmals seit Bezug der neuen Mittelschule auch dort stattfinden kann, angetan fest. „Lediglich fünf Schüler verlassen die neunte Klasse mit dem regulären Zeugnis der Mittelschule, aber auch sie wissen, wie es weiter geht. Sie beginnen entweder eine Berufsausbildung oder bereiten sich darauf in einer Berufsschule vor.“ Besonders bemerkenswert sei das Ergebnis wegen der erschwerten Bedingungen seit der Pandemie: „Im Lockdown mussten sich die Schüler viel selbst zu hause aneignen und lernen und sie haben das alle wirklich gut gemeistert“, fasst Deschu zusammen und betont: „Trotz aller Einschränkungen und Schwierigkeiten haben es die Schüler geschafft, sich durchzubeißen. Das können sie als positive Erfahrung mit in die Zukunft nehmen.“

„Trotz aller Einschränkungen und Schwierigkeiten haben es die Schüler geschafft, sich durchzubeißen. Das können sie als positive Erfahrung mit in die Zukunft nehmen.“

Johann Deschu, Schulleiter Grund- und Mittelschule

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Der richtige Mix macht es

Einen großen Anteil am guten Abschneiden der, inzwischen ehemaligen, Schüler hat Michael Tischner, Lehrer des Abschlussjahrgangs, ist sich Lucia und Annalena einig: „Unser Lehrer hat so viel geleistet, uns sehr gut betreut und versucht viel aus uns rauszuholen und das, obwohl wir nicht die einfachste Klasse waren“, stellt Lucia rückblickend fest, Annalena ergänzt: „Er hat uns immer geholfen, egal in welcher Situation, egal mit welchen Fragen.“ Tischner indes ist „einfach nur extrem stolz“ auf seine Schützlinge: „Ehrlicherweise haben wir alle im Kollegium nicht mit so einer Topleistung gerechnet.“ Doch offenbar findet der engagierte Lehrer während der Hochphase der Pandemie die richtige Methode und arbeitet nach der Devise „So viel Pflicht wie nötig, so viel Selbstverantwortung wie möglich“: „Wir haben nicht nur klassischen Online-Unterricht gemacht. Es gab viele freie Arbeitsphasen mit „Erklärvideos“, die ich teilweise selbst erstellt habe. Ich habe es den Schülern überlassen, wann sie sich die Videos anschauen wollten. Dazu gab es jeden Tag „Pflichtveranstaltungen“, da sind wir dann alles durchgegangen“, erklärt Tischner.

Handwerk ist wichtig

Die Mehrheit der Absolventen beginne in den kommenden Wochen eine Lehre, meist in sehr traditionellen Handwerksberufen wie Friseur, Elektriker oder Landmaschinenmechatroniker, oder im Dienstleistungsbereich als Fachkraft für Logistik, Assistentin in der Radiologie, Erzieherin, Außenhandelskaufmann oder Hotelfachfrau, so Deschu: „Das sind alles sehr wichtige Berufe, gerade wegen des Fachkräftemangels in Deutschland. Alle unsere Schüler, die jetzt in diese Berufsrichtungen gehen, haben wirklich eine Zukunftsperspektive, auf die sie sich freuen können.“

Für Sie berichtete Manuela Praxl.

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