Jetzt beginnt der Ernst des Lebens: Für ihre Verabschiedung hatten sich die Absolventen der Mittelschule Oberding so richtig in Schale geworfen
Richtig fesch sahen sie aus, die jungen Damen und Herren, um die sich bei der Abschlussfeier der Mittelschule Oberding am Donnerstag, den 23. Juli alles drehen sollte. Und die meisten von ihnen hatten auch allen Grund zur Freude, schließlich war der Jahrgang laut Rektor Johann Deschu „sehr erfolgreich“, von den insgesamt 23 Schülern der 9. Klasse waren 22 zur Qualiprüfung angetreten, 17 von ihnen konnten die Lehranstalt jetzt mit dem erfolgreich bestandenem Qualifizierenden Abschluss der Mittelschule verlassen. Mit dieser Quote (ca.77 %) liegt die Oberdinger Mittelschule sogar etwas über dem bayernweiten Durchschnitt. „Ihr dürft sehr stolz auf Euch sein!“, lobte Deschu seine nun ehemaligen Schüler. Was den Rektor ebenfalls sichtlich freute: „Jeder weiß, wie es für ihn ab jetzt weitergeht, niemand steht auf der Straße.“ Viele der Absolventen wären laut Johann Deschu in ihrem Traumberuf untergekommen, andere hätten sich für ein Berufsvorbereitungsjahr entschieden, während eine Handvoll Kids weiter die Schulbank drücken und den Mittleren Bildungsabschluss nachholen möchte. Er hoffe, dass „alle mit guten Erinnerungen an die Schulzeit hier“ gehen würden, in der die Lehrer mit „Engelsgeduld und Nerven wie Drahtseilen jede Menge Wissen vermittelt“ hätten. Dafür dankte Deschu allen Lehrkräften, allen voran Frau Streitberger, die als Klassleiterin einen besonders großen Anteil am Erfolg ihrer Schüler gehabt habe.
Danach übergab der Rektor das Wort an Bürgermeister Bernhard Mücke, der in seiner Funktion als Gemeindeoberhaupt und Ehrengast ebenfalls kurz zu den Jugendlichen sprach. Nachdem er allen gratuliert hatte, erinnerte sich Mücke an seine eigene Schulzeit, in der er sich selbst als „nicht kompatibel mit den Lehrkräften“ sah und die ihn trotz aller Schwierigkeiten nicht daran gehindert hätte, später seinen Weg als selbstständiger Schreinermeister und als Bürgermeister zu gehen. Er hielt den Schülern vor Augen, dass es „wichtigere Dinge als den Satz des Pythagoras“ gäbe, etwa „den Mut, neue Wege zu gehen“ oder den Umstand, dass sie während ihrer schulischen Laufbahn gelernt hätten, Herausforderungen zu meistern. Desweiteren sprach Bernhard Mücke über vorhandene Perspektiven für Absolventen, die vielen Betriebe in der Gemeinde würden „stets engagierte junge Leute suchen“, und dabei würde oftmals statt Talent oder einer Schulnote eher die „Einstellung über den Erfolg entscheiden“. Mit einem letzten Dank an alle Absolventen, Eltern und Lehrkräfte sowie dem Aufruf, den Abend verdientermaßen zu genießen, trat Mücke schließlich vom Rednerpult ab.
Jetzt war es an Lehrkraft Verena Streitberger, ihrer ehemaligen Klasse noch ein paar launige Worte mit auf den Weg zu geben. Auch für sie sei es „heute ein sehr besonderer Tag, geprägt von Abschied und Rückblicken“. Nervös sei sie, ob ihrer Abschlussredenpremiere, jedoch würden „Stolz und Dankbarkeit“ alles andere deutlich überwiegen. Dies sei ihre erste Abschlussklasse gewesen, ein Umstand, der allein schon ausreichen würde, dass sich dieser „Jahrgang bei ihr unsterblich gemacht“ hätte, denn die erste Abschlussklasse „vergisst man nie“. Ihre Klasse beschrieb Verena Streitberger als sehr ruhig, Unterrichtsbeiträge hätten eher Seltenheitswert gehabt, wo hingegen der „Toilettentourismus“ sehr ausgeprägt gewesen sei. Dies könne vielleicht am ausgedehnten Mathematikunterricht gelegen haben, mutmaßte sie, schließlich habe sie ihre Schüler manchmal mit „Brüchen und Potenzen gequält“. Aber am Ende hätten alle „gelernt und abgeliefert“, so die stolze Lehrerin, die den Kids bescheinigte, zum Ende des Schuljahres hin über sich hinausgewachsen zu sein. Und auch sie selbst wollte neben den vielen schönen gemeinsamen Erlebnissen auch noch „wichtige Dinge“ dazugelernt haben, etwa wisse sie nun, was ein „Pickel Patch“ sei oder wofür man einen Handy-Saugnapf brauche. Nachdem die Lacher abgeklungen waren, dankte Streitberger noch all ihren Kolleginnen und Kollegen, der Schulleitung, dem Hausmeister sowie allen Eltern. „Schule ist Teamarbeit“, so der Grundsatz der Lehrerin. Ihren scheidenden Schülern riet sie, das Schweigen von nun öfter mal zu brechen und „laut und mutig“ zu sein, und so die Umwelt kreativ mitzugestalten. Für die Zukunft wünschte sie allen nur das Beste, und darüber hinaus „stets eine freie Toilette“.
wünschte sie allen nur das Beste, und darüber hinaus „stets eine freie Toilette“. Die Sicht der Schüler beschrieben anschließend noch die beiden Klassensprecherinnen Tuana Mazlami und Julia Raßhofer. Sie berichteten davon, wie der Stress der Abschlussprüfungen alle nochmal enger habe zusammenrücken lassen und dass sie es kaum glauben könnten, dass die Schulzeit nun vorbei sein würde. Man habe „unzählige Erinnerungen geschaffen“, wodurch auch „viele sehr enge Freundschaften entstanden“ seien, so die beiden jungen Damen. Ihr Dank galt allen Lehrern, die auch in schwierigeren Phasen „immer an ihre Schüler geglaubt“ hätten, wobei sie freilich besonders Frau Streitberger als Bezugsperson hervorhoben. „Jeder von uns hat seine eigene Stärken und kann etwas Besonderes erreichen“, so die positive Botschaft an ihre Mitschüler, mit dem die beiden dann auch zum Ende ihrer Abschlussrede kamen. Nachdem Bürgermeister Bernhard Mücke mit Elisabeth Renner, Alisa Quentmeier und Lisa Obermaier noch die drei besten Absolventinnen ausgezeichnet hatte – sie alle hatten einen Qualischnitt mit einer Eins vor dem Komma – konnten Schüler, Eltern, Lehrkräfte und die anderen Gäste zum gemütlichen Teil übergehen. Das leckere Büffet und die toll geschmückte Aula boten dabei den perfekten Rahmen für die feierliche Verabschiedung der Absolventen, zu verdanken hatten die Anwesenden das dem Team rund um Klassenelternsprecherin Dani Quentmeier und Hausmeister Wast Held, die im Vorfeld wirklich ganze Arbeit beim Aufbau und bei der Organisation der Feier geleistet hatten.
Für Sie berichtete Robert Hellinger.













