Gemeinsam für die Bürger da: Sandra Pollerer und Gudrun Endlicher-Döllel beraten in Oberding rund um Pflege, Unterstützungsmöglichkeiten und die Entlastung von Angehörigen.
Hilfe, Orientierung und ein offenes Ohr
Wenn Pflege plötzlich zum Thema wird, stehen Betroffene und Angehörige oft vor vielen Fragen. Wie beantragt man einen Pflegegrad? Welche Leistungen stehen einem zu? Wie kann die Versorgung zu Hause organisiert werden? Und was ist zu tun, wenn die eigenen Kräfte langsam nachlassen? In solchen Situationen bietet die Pflegeberatung der Gemeinde Oberding Unterstützung direkt vor Ort.
Mit Gudrun Endlicher-Döllel und Sandra Pollerer stehen den Bürgern zwei erfahrene Ansprechpartnerinnen zur Seite. Endlicher-Döllel ist examinierte Krankenschwester, Fachkrankenschwester sowie ausgebildete Stationsleitung und Praxisanleiterin. Seit 14 Jahren arbeitet sie in der Beratungsstelle des Pflegesterns. Sandra Pollerer ist Quereinsteigerin. Nach 24 Jahren als Chemielaborantin entschied sie sich bewusst für einen sozialen Beruf, absolvierte Schulungen zur Betreuungsassistentin und Pflegehelferin und sammelte zunächst auch ehrenamtlich Erfahrungen in der Seniorenbetreuung. Seit mittlerweile 13 Jahren gehört sie ebenfalls zum Beratungsteam.
Beide beraten bei den grundlegenden Fragen rund um Pflege und Unterstützung. Bei komplexeren Fällen stimmen sie sich eng miteinander ab. Wichtig ist ihnen dabei, nicht nur auf einzelne Anträge oder Leistungen zu schauen, sondern die gesamte Lebenssituation zu berücksichtigen. Neben der pflegebedürftigen Person werden deshalb auch Angehörige und andere Bezugspersonen in die Beratung einbezogen.
„Der persönliche Kontakt und die gemeinsame Lösungsfindung“ stehen für die beiden Beraterinnen im Mittelpunkt. Am Ende eines Gesprächs sollen die Ratsuchenden wissen, welche nächsten Schritte möglich sind und wie eine sichere Versorgung aufgebaut werden kann. Ziel ist es, ein möglichst langes und selbstständiges Leben im vertrauten Umfeld zu ermöglichen.
Das Beratungsangebot richtet sich an alle Bürgern der Gemeinde Oberding. Dabei muss noch kein Pflegegrad vorliegen. Auch wer sich zunächst nur informieren oder vorsorgen möchte, kann die Beratung nutzen. Die Gespräche sind kostenlos und vertraulich.
Die Themen sind vielfältig. Die Beraterinnen unterstützen unter anderem beim Antrag auf einen Pflegegrad, helfen beim Ausfüllen von Unterlagen und bereiten auf die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst vor. Wurde ein Antrag abgelehnt, kann bei entsprechender Begründung auch bei einem Widerspruch geholfen werden.
Darüber hinaus informieren Endlicher-Döllel und Pollerer über Pflegegeld, Pflegesachleistungen, Kombinationsleistungen, den Entlastungsbetrag, Kurzzeitpflege, Tagespflege und Verhinderungspflege. Auch Fragen zu Hilfsmitteln oder möglichen Zuschüssen für eine Verbesserung des Wohnumfeldes gehören zum Beratungsangebot. Wenn eine andere Fachstelle benötigt wird, stellt die Beratung Kontakte her und vermittelt weiter.
Gerade bei finanziellen Leistungen zeigt sich nach Erfahrung der beiden Beraterinnen, dass vorhandene Möglichkeiten nicht immer genutzt werden. Häufig würden etwa der Entlastungsbetrag oder die Verhinderungspflege nicht ausgeschöpft. Auch das Landespflegegeld werde teilweise nicht beantragt. Deshalb ist es ein wichtiges Ziel der Beratung, verständlich zu erklären, welche Unterstützungsmöglichkeiten bestehen.
Besonders wertvoll wird die Beratung, wenn eine Pflegesituation plötzlich eintritt. Ein Beispiel aus der bisherigen Arbeit ist den Beraterinnen besonders in Erinnerung geblieben: Nach einem Schlaganfall wurde ein älterer Mann pflegebedürftig. Seine Ehefrau versuchte zunächst, die Versorgung alleine zu bewältigen und gelangte dabei körperlich und psychisch an ihre Grenzen. Gemeinsam mit der Pflegeberatung wurde ein Versorgungsplan erarbeitet. Dazu gehörten unter anderem ein Antrag auf einen höheren Pflegegrad, die Unterstützung durch einen ambulanten Pflegedienst, Tagespflege sowie ein ehrenamtlicher Besuchsdienst. Schritt für Schritt konnte die Situation dadurch entlastet werden.
Dieses Beispiel zeigt, wie wichtig es sein kann, sich frühzeitig Unterstützung zu holen. Denn ein typischer Irrtum sei, dass Pflegeberatung erst dann notwendig werde, wenn die Situation zu Hause bereits schwierig geworden ist. Die beiden Beraterinnen wünschen sich deshalb, dass Bürger:innen nicht zu lange warten: Lieber früh informieren, bevor die Belastung zu groß wird.
Für Endlicher-Döllel und Pollerer liegt der besondere Wert der Pflegeberatung vor allem darin, dass Hilfe nah bei den Menschen ankommt. Durch ihre fachliche Erfahrung und ihr Netzwerk in Oberding können sie in vielen Fällen schnell und unkompliziert unterstützen. Gleichzeitig fühlen sich beide als Oberdingerinnen eng mit der Gemeinde und ihren Bürgern verbunden.

Pflegeberatung in Oberding Beratungsstelle:
St.-Georg-Straße 6
85445 Oberding
Telefon: 08122 95834-20
Sprechzeiten:
Montag, Mittwoch und Donnerstag
jeweils von 9 bis 12 Uhr
Eine telefonische Terminvereinbarung und Voranmeldung wird empfohlen. Beratungstermine sind nach Vereinbarung auch außerhalb der regulären Sprechzeiten möglich.
Wer nicht selbst in die Beratungsstelle kommen kann, kann einen Hausbesuch vereinbaren.
Die Beratung ist kostenlos und vertraulich.
Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Oberding können sich auch dann beraten lassen, wenn noch kein Pflegegrad besteht.
Für Sie berichtete Kate Eigner.






