Gemeinderatssitzungen vom 08. und 22.09.2026

Kategorie: Gemeinderat

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Sitzungssaal-Oberding

Sitzung vom 08.09.2026

Maßnahmen zur Bekämpfung des Riesenbärenklau im Naturschutzgebiet

Eine ungewöhnliche Thematik beschäftigte die Oberdinger Gemeinderäte in der ersten Sitzung nach der Sommerpause wurde am Dienstag, 08.09.2026 ausführlich über mögliche Maßnahmen zur Bekämpfung des Riesenbärenklau diskutiert.

Foto: Gertrud K. / Flickr, CC BY-NC-SA 2.0

Zur Erklärung:
Der Riesenbärenklau ist eine bis zu vier Meter hohe Pflanze der Gattung Doldenblütler und stammt ursprünglich aus dem Kaukasus. Er bildet photosensibilisierende Substanzen, die bei Sonneneinstrahlung toxisch wirken, d.h. Berührungen in Verbindung mit Tageslicht können beim Menschen zu schmerzhafter Blasenbildung führen, ähnlich wie bei Verbrennungen. Als invasiver Neophyt breitet sich der Riesenbärenklau seit vielen Jahren nahezu ungehindert im Naturschutzgebiet Oberdinger Moos aus, am stärksten an Wegen, Waldrändern oder brachliegenden Wiesen und Ackerflächen. Um ein weiteres Schwinden der Artenvielfalt im Moos zu verhindern, wolle die Gemeinde nun eingreifen und großflächige Bekämpfungsmaßnahmen in die Wege leiten.

Der Zweite Bürgermeister Anton Nußrainer, auch Vorsitzender der Jagdgenossenschaft und Landwirt, erklärte seinen Ratskollegen, wo genau seiner Meinung nach die Problematik beim Riesenbärenklau liegt und welche Möglichkeiten zur Lösung des Problems in Frage kommen würden. Das langfristige Ziel müsse eine nachhaltige Entfernung des Riesenbärenklau und eine Aufwertung der Standorte durch hochwertige Vegetationsbestände sein, so Nußrainer. Ein Grund für die ungewollte Verbreitung der Pflanze sei die kleinteilige Aufteilung der Grundstücke im Naturschutzgebiet, die betroffene Gesamtfläche von ca. 35 Hektar teile sich auf dutzende Besitzer auf, die überall bzw. teilweise sehr weit weg wohnen würden. Aus diesem Grund würde ein Teil der Besitzer gar nicht mitbekommen, was auf deren kleinen Landflächen alles wachse, zumal dort kein kontrollierter Anbau stattfinde. Anton Nußrainers Aufruf an seine Ratskollegen lautete daher: „Schaut es Euch bitte einmal selbst an, es sieht teilweise verheerend aus“.

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Um den Riesenbärenklau erfolgreich bekämpfen zu können, hat sich die Gemeinde Oberding mit dem Landratsamt Erding und dem Flughafen München zusammengetan und mögliche Maßnahmen diskutiert. Kurzfristig könne man kleinere Riesenbärenklau-Bestände ausgraben und abstechen, entweder per Hand (nur mit Schutzkleidung!) oder mit einem Minibagger. Zudem könne man an schlecht erreichbaren Bereichen kleinere Auswüchse mit Folie abdecken sowie größere Pflanzenbestände kurz vor der Blüte mähen oder mulchen. Langfristig solle die Verdrängung dann durch großflächige Bearbeitung erfolgen, etwa durch den Umbruch des Oberbodens und die Neuansaat mit gebietsheimischem Saatgut und Schnellbegrünern.

Anton Nußrainer erklärte, dass die Gemeinde in Erwägung ziehen würde, größere betroffene Flächen vom Bauhof-Team mit der Fräse bearbeiten zu lassen, die Behandlung der kleineren Grundstücke könne dagegen der Flughafen übernehmen. Davor wolle man freilich erst noch die einzelnen Grundstücksbesitzer kontaktieren und diese auch mit ins Boot holen. Ziel sei es, noch im Herbst mit der Bekämpfung des Riesenbärenklau beginnen zu können. Am Ende stimmte der Gemeinderat einstimmig für eine Umsetzung der geplanten Maßnahmen. 


Sitzung vom 22.09.2026

Seit Jahren ein Aufreger-Thema: Urlauber, die im Gemeindegebiet parken

Nahezu vollständig und mit viel Publikum tagte der Gemeinderat Oberding am Dienstag, den 22.09.2026. Dabei galt das Interesse der Anwesenden größtenteils jenem Tagesordnungspunkt, der ein seit Jahren vieldiskutiertes Problem behandelte, nämlich das der gemeindefremden Dauerparker und einer möglichen Parkregulierung in bestimmten Ortsteilen.

Bürgermeister Bernhard Mücke erklärte eingangs, dass es heutzutage spezielle Apps und Homepages geben würde, die darauf hinwiesen, dass ortsfremde Urlauber anstatt sich bei den entsprechenden Parkservices kostenpflichtig einzubuchen, ihr Fahrzeug lieber für lau in den Wohngebieten Oberdings abstellen und dann per Bus zum Flughafen fahren sollten. Ein für die Anwohner oft nur schwer zu akzeptierender Umstand, da die bislang uneingeschränkten Parkflächen dadurch teilweise über Wochen nicht mehr für die eigenen Fahrzeuge oder die von Gäste zur Verfügung stehen würden. Lt. Gemeinde besonders betroffen sei etwa das Gebiet im Bereich der Faganastraße in Oberding, hier könne man seit geraumer Zeit eine zunehmende Zweckentfremdung des öffentlichen Parkraums feststellen. Diesem Fremdpark-Tourismus wolle man effektiv entgegenwirken, wobei eine mögliche Regelung dann auch für angrenzende Straßen bzw. im Idealfall sogar für alle Wohngebiete innerhalb der Gemeinde gelten sollte.

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Dem Gemeinderat wurden zwei mögliche Varianten zur Einschränkung der Parkflächen vorgeschlagen:

a) Parkscheibenpflicht:

Hier könne man eine zeitliche Regelung treffen, innerhalb derer parkende Autos mit Parkscheibe gekennzeichnet werden müssen. Vorteil: Fahrzeuge, die länger als die erlaubten Stunden dort stehen, können schnell ausgemacht und mit einem Ticket bestraft werden. Nachteil: Es wären eine aufwändige Beschilderung und Kontrollen notwendig, außerdem könnten auch Anwohner betroffen sein, deren Autos länger als die erlaubten Stunden dort parkt.

 

b) Eingeschränkte Halteverbotszone:

Hier ist das Parken im gesamten Wohngebiet über das Zusatzzeichen „Parken mit Parkscheibe erlaubt“ geregelt. Vorteil: Schilder müssen nur am Eingang des Wohngebiets angebracht werden. Nachteil: Eine zeitliche Befristung der dauerhaften Regelung ist rechtlich und praktisch kaum möglich, so dass auch die Anwohner dauerhaft nur mit Parkscheibe ihr Fahrzeug abstellen dürften.

Bürgermeister Mücke machte seine Ratskollegen darauf aufmerksam, dass eine Entscheidung für ein Modell final wäre und damit nicht mehr zurückgenommen werden würde, außerdem sollte die gewählte Variante seiner Meinung nach dann auch für sämtliche Wohngebiete der Gemeinde gelten. Gemeinderat Christian Kaiser schlug dann sogar noch eine dritte Alternative vor, nämlich den Einsatz von Anwohnerparkausweisen, die bei der Gemeinde beantragt werden könnten und dann zum unbeschränkten Parken im Wohngebiet berechtigen würden. Bernhard Mücke konnte mit dieser Herangehensweise nur wenig anfangen, immerhin seien dadurch dem „Schindluder Tür und Tor geöffnet“, wobei er darauf abzielte, dass Parkausweise ohne Angabe eines festen Kennzeichens leicht unter der Hand an andere weitergereicht werden könnten. Aus dem Gremium wurde daraufhin angeregt, dass man die ausgestellten Parkscheine ja durchaus auch mit der Angabe des Nummernschilds personalisieren könne. Daraufhin entstand eine ziemlich rege Diskussion, innerhalb derer sämtliche Vor- und Nachteile der verschiedenen Parkbeschränkungen ausführlich diskutiert wurden. Letztlich entschied man gemeinsam, dass in dieser Sitzung noch keine finale Entscheidung getroffen werden könne, stattdessen wolle man sich nochmals gezielt über Kosten und Aufwand der jeweiligen Varianten informieren und darüber hinaus auch noch mit der Gemeinde Hallbergmoos reden und klären, wie diese – ebenfalls von zahlreichen Urlaubsparkern betroffene Nachbargemeinde – den Umgang mit besagter Thematik handhabt. 

Für Sie berichtete Robert Hellinger.

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