Süßes oder Saures: Verkehrsaktion in Oberding

Kategorie: Schulen

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Süßes oder Saures Oberding: Viertklässler verteilen Gummibärchen bei Verkehrskontrolle vor der Schule

Sichtlich Spaß hatten die Grundschüler gemeinsam mit den Polizeitbeamten bei dieser außergewöhnlichen Verkehrserziehung.

Mit Gummibärchen zu mehr Verkehrssicherheit

Dass Verkehrserziehung nicht nur aus Theorie bestehen muss, erlebten Viertklässler der Grundschule Oberding am zweiten Tag des neuen Schuljahres auf ganz besondere Weise. Gemeinsam mit ihrer Lehrerin Bianca Ziegler und Beamten der Polizeiinspektion Erding nahmen sie an der Aktion „Süßes oder Saures“ teil. Und dabei waren die Kinder keineswegs nur stille Zuschauer. Ausgestattet mit Warnwesten, süßen Gummibärchen und sauren Würmern warteten sie auf dem Parkplatz vor der Grund- und Mittelschule auf die Autofahrer, die von den Polizeibeamten aus dem Verkehr gewunken wurden. Auf der Hauptstraße wurde in Richtung Ortsausgang die Geschwindigkeit gemessen. Wer sich an die dort geltenden 30 Stundenkilometer hielt, bekam von den Kindern etwas Süßes.

Wer zu schnell unterwegs war, musste mit der sauren Variante vorliebnehmen. Für Lehrerin Bianca Ziegler war vor allem bemerkenswert, mit welchem Selbstvertrauen ihre Schülerinnen und Schüler an die Aufgabe herangingen. „Die Kinder haben das richtig gut gemacht und sehr viel Spaß gehabt“, berichtete sie nach der Aktion. Von Anfang an seien sie mutig gewesen und hätten keinerlei Scheu gezeigt, fremde Erwachsene anzusprechen. Dabei erlebte die Klasse in den rund zwei Stunden so einige Überraschungen. Für besonders große Aufregung sorgte ein Lamborghini, der den Kindern natürlich sofort ins Auge fiel. So ein Fahrzeug sieht man schließlich auch in Oberding nicht jeden Vormittag direkt vor der Schule. Nach Erinnerung von Bianca Ziegler hatte sich dessen Fahrer an die vorgeschriebene Geschwindigkeit gehalten und durfte damit ohne saure Überraschung weiterfahren. Doch nicht immer ging es nur um das Tempo. Bei einem Verkehrsteilnehmer fiel beispielsweise auf, dass er nicht angeschnallt war. Für die Schülerinnen und Schüler wurde damit ganz praktisch sichtbar, dass zur Sicherheit im Straßenverkehr weit mehr gehört, als lediglich auf den Tacho zu schauen.

»Die Kinder haben das richtig gut gemacht
und sehr viel Spaß gehabt.«

Lehrerin Bianca Ziegler

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Eine weitere Begegnung zeigte, wie spontan die Kinder mit ungewohnten Situationen umgehen konnten. Die Insassen eines Fahrzeugs sprachen ausschließlich Englisch. Lange überlegen musste die Klasse nicht. Eine Schülerin, die zu Hause zweisprachig aufwächst, übernahm kurzerhand das Gespräch. So wurde aus der Verkehrskontrolle nebenbei auch noch eine kleine praktische Englischstunde. Auch die Temposünder mussten sich den Fragen und Hinweisen der Viertklässler stellen. Statt eines süßen Gummibärchens gab es für sie einen sauren Wurm und die Erklärung, warum gerade im Bereich einer Schule besonders aufmerksam gefahren werden sollte. Die meisten reagierten einsichtig. Eine Begegnung dürfte der Klasse dabei besonders in Erinnerung bleiben. Ein Autofahrer, der sich nicht an die Tempovorgabe hielt, zeigte sich nach dem Gespräch mit den Kindern nicht nur verständnisvoll, sondern griff anschließend auch noch in seinen Geldbeutel. Zehn Euro überreichte er den Schülerinnen und Schülern für ihre Klassenkasse. Eine kleine Überraschung, über die sich die Viertklässler natürlich freuten. Dass solche Gespräche dennoch nicht immer ganz einfach verlaufen, zeigte ein anderer Autofahrer. Obwohl er sich an das Tempolimit gehalten hatte, reagierte er nach dem Herauswinken lautstark.

In solchen Situationen blieben die Kinder bewusst im Hintergrund. Die Polizeibeamten übernahmen zunächst das Gespräch und sorgten damit dafür, dass die jungen Verkehrserzieher ihre Aufgabe in einem sicheren Rahmen wahrnehmen konnten. Am Ende zeigte sich, dass der Großteil der Autofahrer rund um die Schule verantwortungsvoll unterwegs war. 39 Fahrzeuge hielten sich an Tempo 30 und wurden von den Kindern mit etwas Süßem belohnt. Acht Fahrer waren zu schnell und mussten zusätzlich zu den sauren Würmern ein Verwarngeld bezahlen. Der höchste gemessene Wert lag bei 49 Stundenkilometern. Und nach so viel Einsatz blieb am Ende sogar noch eine kleine Belohnung für die jungen Helfer übrig. Die restlichen Gummibärchen durften die Kinder anschließend selbst genießen.

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Für Sie berichtete Sebrina Netzer
Foto: Raffael Scherer

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