Junge Musikerinnen und Musiker der Realschule Oberding und der Kreismusikschule Erding gestalteten den Hoagart’n mit verschiedenen Instrumenten.
„Bauernmadl, Bauernmadl, tanz‘ ma no oan drauf!“: Hoagart’n begeistert in Grucking
Trotz des schlechten Wetters war das Gasthaus Rauch in Grucking am Sonntag bestens gefüllt. Viele Besucher waren in Tracht gekommen und machten den vierten Hoagart’n der Realschule Oberding und der Kreismusikschule Erding schon optisch zu einem Stück gelebter bayerischer Tradition. „Im strömenden Regen haben Sie sich aufgemacht“, begrüßte Dirk Gärtner, stellvertretender Schulleiter der Realschule Oberding, die Gäste. Bei bayerischen Schmankerln aus der Küche des Gasthauses lauschten sie den jungen Musikern und genossen einen Vormittag ganz im Zeichen der Volksmusik. Durch den musikalischen Teil des Vormittags führte Maria Schirmer von der Kreismusikschule Erding. Sie moderierte das Programm, bei dem einiges geboten war: Zu hören waren unter anderem das Harfenduo Helene Hörmann und Maria Schirmer, das Hackbrett- Flöten-Trio mit Theresa Schraufstetter, Emilia Angermaier und Leonie Brenninger sowie die Veehharfengruppe der Kreismusikschule. Dazu kamen das Flötenduo Nicola Piepersberg und Sabine Waritschlager, Lukas Vollmer am Akkordeon, die Familienmusik Schirmer und die Trompetenmusik Jakob & Leonhard aus Dorfen. Zum Mitsingen lagen Liedtexte aus, darunter die zu „Bauernmadl, Bauernmadl“ und „D Kirtanudl“.
„Wir sind immer da, wo was los ist“
Für eine besondere Note sorgten „Beppo, Jagge & Tom“. Beppo und Jagge waren selbst einmal Schüler an der Realschule Oberding. Tom hingegen nicht – was bei der Vorstellung für einen Scherz von Gärtner sorgte: „Nur nicht Tom, aber der gehört mittlerweile eh dazu.“ Auch das Wahlfach „Heimat & Brauchtum“ der RSO brachte bayerische Sprache und Humor auf die Bühne. Religionslehrer Thomas Kirchmeier, der das Wahlfach leitet, erklärte, warum die Gruppe bei solchen Veranstaltungen nicht fehlen darf: „Wir sind immer da, wo was los ist.“ Und das beschränkt sich keineswegs auf Musikveranstaltungen. Die Schüler spielen gemeinsam Schafkopf oder Watten, besuchen Volksfeste und gehen auch einmal ins Theater. Die Treffen des Wahlfachs finden nicht jede Woche statt; stattdessen stehen je nach Gelegenheit unterschiedliche Aktivitäten auf dem Programm. Wie abwechslungsreich das Wahlfach ist, schätzt auch Petra Humpl. Ihr Sohn besucht die fünfte Klasse der Realschule Oberding und hat sich in diesem Schuljahr dafür entschieden. „Unser Sohn ist in dem Wahlfach ‚Heimat & Brauchtum‘“, erzählte Humpl. Ihr und ihrem Sohn gefalle, dass die Gruppe so unterschiedliche Dinge unternehme. Beim Hoagart’n waren Petra Humpl, ihr Sohn und ihr Mann diesmal im Publikum und lauschten der Musik.
Bayerisch für Anfänger und Fortgeschrittene
In der Pause erklärten Kirchmeier und der Schüler Niklas außerdem bayerische Begriffe. Beim „Bladdada“ ging es um einen Mann, dem die Haare ausgegangen sind. Kirchmaier nahm dies mit Humor aufs Korn: „Tagtäglich werde ich damit konfrontiert.“ Schließlich müsse ein Mann ohne Haare eben eine Kopfbedeckung tragen. Dass Hüte wieder mehr in Mode kommen, sorgte für weitere Lacher. Schüler Niklas stellte einen weiteren bayerischen Ausdruck vor: „Mei Limo macht an Krachal.“ Was genau damit gemeint war, führte er gleich selbst vor – mit einem passenden Geräusch ins Mikrofon, das für einige Lacher sorgte. So bot der Hoagart’n nicht nur den jungen Musikern eine Bühne, sondern hielt auch die bayerische Mundart hoch – mit Musik, gemeinsamen Liedern und einer guten Portion Humor. Der Eintritt war frei.
Für Sie berichtete Ramona Höllerer.









