Gemeinderatssitzung vom 06.10.26

Kategorie: Gemeinderat

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Sitzungssaal-Oberding

Carsharing Erding e.V. zieht erste Bilanz über Auslastung in Oberding
In der Gemeinderatssitzung vom Dienstag, den 06. Oktober gab es zu einem der Punkte auf der Tagesordnung einen Gastredner – soweit, so normal, aber dass mit Tobias List nun jener Pressevertreter, der gleichzeitig für den Lokalteil einer Zeitung über den öffentlichen Teil besagter Sitzung berichten sollte, kurzzeitig die Seiten wechselte und vor das Gremium trat, war doch eher ungewöhnlich. Genauer betrachtet machte es freilich Sinn, denn List ist nicht nur Journalist, sondern auch noch 1. Vorsitzender von Carsharing Erding e.V., und in dieser Eigenschaft durfte er über die Auslastung im Gemeindebereich berichten.

Tobias List führte eingangs nochmal aus, wann genau die beiden Fahrzeuge in Betrieb genommen worden waren (Schwaig: Juli 2025, Oberding: Dezember 2025) und erklärte, dass das Angebot „ganz gut angenommen“ werden würde. Er sprach von bislang acht registrierten Haushalten und elf Fahrberechtigten, was damit zu begründen sei, dass pro Haushalt nur eine Mitgliedschaft für mehrere Fahrer nötig wäre. Außerdem stünden angemeldeten Mitgliedern auch sämtliche anderen Fahrzeuge von Carsharing in Erding (insgesamt 12 Stück) zur Nutzung zur Verfügung. Der Erfolg der Nutzung des Angebots werde über die gefahrenen Kilometer gemessen, in Oberding gäbe es hier – wie in Erding – relativ starke Schwankungen. Bis Ende September wurden mit den Fahrzeugen von Carsharing knapp 14.000 Kilometer zurückgelegt, verteilt auf 265 Buchungen. Laut List eine sehr gute Ausgangsbasis dafür, dass der Weiterbetrieb gewährleistet sei und wie geplant nach 36 Monaten komplett ohne gemeindliche Zuschüsse erfolgen könne. Diese positive Prognose belegte Tobias List auch damit, dass die anfängliche Auslastung in Oberding schon jetzt besser als in Paststetten oder Isen sei. Nachdem List wieder auf seinem Pressestuhl Platz genommen hatte, kam Bürgermeister Bernhard Mücke auf ein zuletzt vieldiskutiertes Thema zu sprechen: die geplante Neufestsetzung der Lärmschutzbereiche für den Flughafen München. Wie berichtet ist diese Maßnahme mit erheblichen Auswirkungen für die kommunale Bauleitplanung verbunden. Bernhard Mücke klärte seine Ratskollegen nun über den aktuellen Stand auf. Seit Bekanntwerden habe es unzählige Gespräche gegeben, mit Vertretern anderer betroffener Kommunen, mit Justiziaren, mit der Bayerischen Staatsregierung und mit den Verantwortlichen des Flughafens.

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Leider konnte man dabei nicht die gewünschten Effekte erzielen, „die Lage bleibt für Schwaig unverändert“, d.h. im Außenbereich werde das Bauen ab dem kommenden Jahr wahrscheinlich unmöglich werden. Jetzt wolle man zumindest versuchen, das Inkrafttreten möglichst lange hinauszuzögern, aber er persönlich rechne derzeit leider trotzdem mit einer Umsetzung zum 01. Juli 2027, so Mücke. Das Gemeindeoberhaupt machte einmal mehr sein Unverständnis für diese Vorgaben deutlich, dies sei „kein Gesetz für Menschen, sondern ein Gesetz für den Flughafen“. Er hoffe bislang noch auf einen Zusatz, dass unter vereinzelten Voraussetzungen in bestimmten Gebieten Neubauten doch noch zumindest grundsätzlich möglich sein könnten, aber da wäre „ein dickes Brett zu bohren“.

Ein minimaler Lichtblick sei die Tatsache, dass bereits erteilte Baugenehmigungen ihre Gültigkeit behalten würden, erläuterte Mücke, diese könne man auch verlängern lassen. Ob dies auch für Vorbescheide gelte, könne man derzeit noch nicht sagen. Ebenfalls weiter zulässig sollten Stand jetzt gewerbliche Bauten samt Betriebsleiterwohnungen sein, allerdings eben nur in den dafür ausgewiesenen Gewerbegebieten. Bernhard Mücke erklärte nochmal, dass mit der Umsetzung der neuen Lärmschutzzonen der ohnehin schon gestiegene Siedlungsdruck noch deutlich zunehmen werde und die gemeindliche Entwicklungsplanung der letzten sechs Jahre für die betroffenen Gebiete hinfällig werden würde. Für die nächste Zeit geplant seien weitere Treffen mit Entscheidungsträgern und Betroffenen, nur bleibe es unheimlich „schwer für Bayern, ein Bundesgesetz auszuhebeln“, so die düstere Prognose des Gemeindeoberhaupts.

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Für Sie berichtete Robert Hellinger.

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