Gemeinderatsitzung vom 30.06.26

Kategorie: Gemeinderat

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Sitzungssaal-Oberding

Zur Sicherheit ihrer Bürger erhöht die Gemeinde die Anzahl der Defibrillatoren.

Zur Sitzung am Dienstag, den 30.06.2026 war der Gemeinderat Oberding fast vollzählig, lediglich Dirk Lippold und Ferdinand Ascher fehlten entschuldigt. Dafür war mit Christian Rindsfüßer vom Institut für Sozialplanung, Jugend- und Altenhilfe, Gesundheitsforschung und Statistik ein externer Fachmann anwesend, der das Gremium über mögliche Zukunftsprognosen in Bezug auf die Schülerzahlen in der Gemeinde aufklären sollte. Der Diplom-Statistiker erläuterte, dass Bevölkerungsprognosen auf generativem Verhalten wie der Fruchtbarkeit (Zahl der Geburten) basierten, auch die Sterblichkeit und die Wanderungen würden eine wichtige Rolle spielen. So hätte Oberding als Wachstumsgemeinde trotzdem seit den 2010er Jahren rückläufige Geburtenzahlen, insgesamt gäbe es laut Rindsfüßer hier etwas weniger Kinder als anderswo. Faktoren wie die Verunsicherung durch internationale Krisen hätten darauf ebenso Einfluss wie der rasante Anstieg der Immobilienpreise und der Energiekosten. Nach dem Lockdown während Corona hätte man kurzzeitig noch einmal eine Erhöhung der Geburtenzahlen verzeichnen können, jedoch sei es mit Beginn der kriegerischen Auseinandersetzung in der Ukraine erneut zu einem Geburtenrückgang gekommen, der sich seither auch nicht wieder ausgeglichen hätte. Sollte dieser Trend anhalten, könnte es sein, dass die Krippen in der Gemeinde zukünftig nicht mehr vollständig ausgelastet werden würden. Auf der anderen Seite erklärte Christian Rindsfüßer aber auch, dass die Netto-Zuwachszahlen Oberdings im Vergleich zu anderen Kommunen „beachtlich“ wären, wobei es keine Auswertungen über die Verweildauer von Zugezogenen hier gäbe. Und natürlich spiele der Flughafen als bedeutender Arbeitgeber eine sehr große Rolle auf das Wanderungsverhalten in Oberding, Rindsfüßer empfahl dementsprechend, dass „das Monitoring hier öfter durchgeführt werden sollte“ als in anderen Gemeinden. Bürgermeister Bernhard Mücke führte noch aus, dass anhand der Geburtenraten und des Wanderungsverhaltens auch auf die zukünftige Auslastung der Schulen geschlossen werden könne, deshalb müsse man sämtliche Faktoren weiter im Auge behalten. Danach dankte er Christian Rindsfüßer, der sich anschließend verabschiedete und die Sitzung verließ.

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Im zweiten Tagesordnungspunkt kam Bernhard Mücke auf die Versorgung der Gemeinde mit Defibrillatoren zu sprechen. Oberding plant die Zahl der bislang 18 Geräte deutlich zu erhöhen, um zu gewährleisten, dass jeder Bürger im Notfall flächendeckend und rund um die Uhr Zugang zu diesen lebensrettenden Apparaten bekommt. Derzeit sind die Geräte innerhalb von Gebäuden untergebracht, was die Verfügbarkeit deutlich reduziert. Die Gemeinderäte erfuhren, dass man jetzt in Abstimmung mit Kreisbrandinspektor Lorenz Huber eine Erhöhung der Defibrillatoren auf ca. 30 Stück anstrebe und darüber hinaus auch die derzeit in öffentlichen Gebäuden untergebrachten Geräte einfach außen am Gebäude montieren möchte. Kostenpunkt dieser Variante: ca. 600 Euro pro Gerät, wobei sowohl die Montage als auch die jährliche Wartung durch eigenes Personal der Gemeinde durchgeführt werden könnten. In Bereichen, in denen keine öffentlichen Bauten oder gemeindlichen Grundstücke zur Verfügung stehen, gäbe es die Überlegung, Defibrillatoren an Straßenlaternen zu installieren, da dort bereits die notwendige Stromversorgung gegeben sei. Auf die Gemeinde würden in diesen Fällen Kosten von knapp 1.300,- Euro pro Geräte zukommen. Sollten die geplanten Neuanschaffungen und die Standortverlegungen allesamt durchgeführt werden, könne man alles in allem mit rund 40.000,- Euro rechnen, so Bernhard Mücke. Gemeinderat Christian Kaiser fügte noch an, dass man bedenken müsse, dass heutzutage pro Jahr durchschnittlich ein Defibrillator Opfer von Vandalismus werden würde. Außerdem wären häufige Kontrollen an den Geräten notwendig, da die enthaltenen Batterien etwa alle zwei Jahre ausgetauscht werden müssten. Bürgermeister Bernhard Mücke nahm dies zur Kenntnis und erklärte darüber hinaus, dass für die Versorgung im Industriegebiet die dort ansässigen Firmen zuständig seien. Anschließend stellte er den Beschluss zur Wahl, dass für den Vollausbau der Defibrillatoren im Gemeindegebiet ein Budget von gut 40.000,- Euro aus dem Haushalt genehmigt wird. Der Gemeinderat bewilligte diese Investition einstimmig.

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Für Sie berichtete Robert Hellinger.

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